Warnung vor Israelfeinden in Berlin: Ex-Linken-Bürgermeister ruft zur Wahl der CDU auf Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) setzt im Wahlkampf der Linken voll auf das Mieten-Thema. Sie selbst wohnt mit Mann und zwei Kindern auch zur Miete, ist aber gerade auf Wohnungssuche Berlin – 36 Jahre, 6 Monate und 27 Tage nach dem Auszug des letzten SED-Oberbürgermeisters aus dem Roten Rathaus fürchten viele eine DDR 2.0 für die Hauptstadt – mit Enteignungen von Groß-Vermietern und Umstieg auf Gemeinschaftsschulen.
Vor allem aber droht der Einzug antisemitischer Abgeordneter ins nächste Berliner Parlament. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft fordert jetzt von Grünen und SPD ein klares Nein zur Koalition mit der Linken.
In einem Brief, der BILD vorliegt, rät zudem ein Ex-Bürgermeister der Linken, lieber einen CDU-Kandidaten zu unterstützen. Brandmauer gegen Antisemiten gefordert
Grünen-Politiker Volker Beck (65), Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, fordert eine Brandmauer gegen Antisemiten von rechts wie von links.
„Wenn in der deutschen Hauptstadt wieder eine Partei (mit-)regiert, in deren Anhänger- und Mitgliedschaft der Judenmord wieder gefeiert wird, dann haben wir aus der Geschichte wirklich nichts gelernt.“ Von den Spitzenkandidaten der SPD und der Grünen fordert Beck jetzt eine verbindliche Erklärung, dass sie keine Koalition mit der Linken eingehen werden. Linker Ex-Bürgermeister rät zu CDU-Wahl
Auch einer, der im Bezirk Lichtenberg länger als sechs Jahre Linken-Bürgermeister war, warnt jetzt vor seiner Ex-Partei, die er wegen antiisraelischer Positionen verlassen hat.
„Die heutige Linke belehrt Menschen, statt zuzuhören“, schreibt Michael Grunst (56) in einem persönlichen Brief, den er verteilt und der BILD vorliegt. Stattdessen fordert er am 20.
September zur Wahl eines CDU-Kandidaten in dem Wahlkreis auf: „Eine linke Politik, die Arbeitnehmer, Rentner, Familien und Menschen mit ostdeutscher Biografie das Gefühl vermittelt, mit ihren Sorgen nicht mehr vorzukommen, muss sich fragen, ob das Problem wirklich immer bei den anderen liegt.“
Der Schmuck der Linken-Frontfrau: Die Mietendeckel-Kette schenkten ihr Parteifreunde. Er steht für die Forderung, gleich nach der Wahl die Preise bei den mehr als 400.000 landeseigenen Wohnungen einzufrieren
Spitzenkandidatin ohne Erfahrung und Einfluss
Lange galt Elif Eralp als eher unauffällig in den Reihen der Berliner Linken.
Warum die Juristin trotzdem Frontfrau für den Bürgermeister-Posten wurde? „Weil man sich auf sie einigen konnte“, sagt einer.
Nach BILD-Informationen traute sie sich nicht, als sie 2021 Justizsenatorin hätte werden können. Jetzt will sie – ohne jegliche Verwaltungserfahrung – sogar eine Vier-Millionen-Stadt regieren.
„Elif Eralp will sicher niemandem etwas Böses“, sagt Beck. Aber nach Vorfällen wie einem Rapperauftritt, der der israelischen Armee den Tod wünschte, habe sie innerparteilich nicht für Klarheit gesorgt oder nicht den notwendigen Einfluss dafür.
„Die Linke hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren radikalisiert – auch aufgrund ihres Größenwachstums“, sagt Parteienforscherin Sabine Kropp (62) von der Freien Universität. Die Linke hat mit einem Zuwachs auf 18.000 Mitglieder (+20 Prozent seit 2024) sogar die Grünen überflügelt.
Deutlichen Zulauf bekam die Partei durch den Gaza-Konflikt, auch von radikalen Hamas-Anhängern. Die Themen Antisemitismus und Antikapitalismus hätten den letzten Parteitag im Mai dominiert, sagt die Professorin: „Es geht um Wut.
Es reicht, war der Slogan – das ist eigentlich keine Empfehlung für eine Regierungsbeteiligung.“
Keine Regierungsbeteiligung bei Sparkurs
Die Gruppierung „Linke in der Linke“ trommelt derweil gegen eine Regierungsbeteiligung. „Denn die nächste Kürzungswelle steht ins Haus, egal, wie die Wahl ausgehen wird“, postet sie im Internet.
Da wackeln linke Versprechen wie Kiezküchen mit 3-Euro-Portionen und das 9-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen. Ganz zu schweigen von den Milliarden für Entschädigungen, die fällig wären, wenn Immobilienkonzerne mit 220.000 Wohnungen enteignet würden.
Die Vorentscheidung fällt am Freitag nach der Wahl: Auf einem Sonderparteitag entscheidet die Linke, ob überhaupt mit Grünen und SPD sondiert wird. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
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