Litauen-Brigade: Pistorius zwingt Soldaten an die Nato-Ostflanke Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) kommt an Verpflichtungen nicht vorbei Berlin/Vilnius – Es hatte sich seit Monaten angedeutet, jetzt ist es beschlossene Sache: Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) ordnet Verpflichtungen für die Brigade Litauen an. Nach exklusiven BILD-Informationen sollen bereits Ende September die ersten Verpflichtungen starten, bis zu 1000 Soldaten könnten betroffen sein.

Das Verteidigungsministerium will heute um 14 Uhr zunächst die Obleute im Verteidigungsausschuss informieren. Bis Ende 2027 sollen dauerhaft 4800 deutsche Soldaten an der Nato-Ostflanke in Litauen stationiert werden.

Doch der Kampf um Freiwillige läuft seit Monaten schleppend. Es mangelt vor allem an IT-Spezialisten, Logistikern, Köchen und Mannschaftlern.

Nach BILD-Informationen wären aktuell rund 20 Prozent der gesamten Brigade von der Zwangsverpflichtung betroffen. Die Bundeswehr hofft aber, die Lücke bis Ende September noch auf 10 Prozent drücken zu können.

Schon im Juni hatte BILD berichtet, dass erst rund 60 Prozent der notwendigen Dienstposten mit Freiwilligen besetzt werden konnten. Damals fehlten noch etwa 2000 Soldaten.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) hatte bereits offen eingeräumt, dass er mit Verpflichtungen rechne, und schätzte die Zahl in BILD auf „unter 1000“. Freiwilligkeit bleibt zwar das oberste Prinzip.

Aber um die Einsatzbereitschaft der Brigade zu garantieren, kommt man an Verpflichtungen nicht vorbei. Die Bundeswehr fährt seit Monaten umfangreiche Werbekampagnen, um Soldaten von dem Umzug nach Litauen zu überzeugen.

Auch Schnupperreisen für Soldaten samt Familien wurden angeboten. Der Druck auf die Bundeswehr ist enorm.

Denn auch wenn die Brigade erst Ende 2027 vollständig stehen muss, bleiben für Personalentscheidungen nur noch wenige Monate. Verpflichtete Soldaten müssen informiert werden, können Rechtsmittel einlegen und benötigen Zeit für die Planung eines möglichen Umzugs nach Litauen.

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