Traum vom Eigenheim platzt: Deutschland wird immer mehr zum Land der Mieter In Deutschland platzt der Traum vom Eigenheim. Nur noch 43,5 Prozent leben in den eigenen vier Wänden Sarstedt (Niedersachsen) – Für viele Familien war das eigene Haus mit Garten jahrzehntelang ein Stück vom Glück.

Doch dieser Traum platzt für immer mehr Menschen. Nach einer am Montag veröffentlichten Studie des Pestel-Instituts leben nur noch 43,5 Prozent der Haushalte im Wohneigentum.

So wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Im europäischen Vergleich ist Deutschland damit Schlusslicht.

Während die Deutschen immer häufiger zur Miete wohnen, gehört Wohneigentum in vielen anderen Ländern Europas zum Normalfall. In Rumänien leben 94 Prozent der Menschen in den eigenen vier Wänden, in der Slowakei 93 Prozent und in Ungarn 92 Prozent.

Selbst Österreich, das im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz liegt, kommt noch auf eine Eigentumsquote von 54 Prozent. Deutschland ist sogar das einzige EU-Land, in dem inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung zur Miete wohnt.

Im Saarland haben die meisten Wohneigentum

Doch die Eigentums-Kluft verläuft nicht nur durch Europa, sondern auch quer durch Deutschland. Im Saarland leben fast 60 Prozent der Menschen in den eigenen vier Wänden, in Brandenburg mehr als 44 Prozent.

Ganz anders die Metropolen: In Berlin haben nur knapp 16 Prozent der Menschen Wohneigentum, in Hamburg gut 20 Prozent. Bei den Jungen hat nur noch jeder Vierte Eigentum

Besonders hart trifft die Entwicklung die Jüngeren.

Fast drei Viertel der 25- bis 45-Jährigen wohnen inzwischen zur Miete, nur noch gut jeder Vierte besitzt eine eigene Immobilie. Der Traum von den eigenen vier Wänden scheitert für viele am Geld: Hohe Baukosten, gestiegene Kreditzinsen und teure Grundstücke haben Kaufen und Bauen deutlich erschwert.

Hinzu kommt aus Sicht des Pestel-Instituts eine fehlende staatliche Förderung. Selbst Doppelverdiener mit durchschnittlichem Einkommen stoßen bei der Finanzierung oft an ihre Grenzen.

Wer nicht erbt oder finanzielle Hilfe aus der Familie bekommt, hat kaum noch eine Chance auf ein Eigenheim. Die Folgen reichen weit über den Wohnungsmarkt hinaus.

Wer keine eigene Immobilie besitzt, hat oft weniger Vermögen und muss auch im Alter weiter Miete zahlen. Experten warnen deshalb vor einem steigenden Risiko der Altersarmut.

Zugleich wird Wohneigentum immer stärker zur Frage der Herkunft: Wer erbt, hat Vorteile. Wer allein von seinem Einkommen leben muss, bleibt häufig außen vor.

Für viele junge Familien wird das Eigenheim so vom Traum zum unerreichbaren Luxus. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?

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