Markus Bauer, seit 2014 Landrat des Salzlandkreises in Sachsen-Anhalt, hat sich für eine neue Gesprächskultur mit der AfD ausgesprochen. Nach dem Rekordergebnis der AfD bei der Landtagswahl betont er, dass die Partei als demokratisch gewählte stärkste Kraft nicht ausgeschlossen werden darf.

Bauer schlägt vor, Kooperationen ohne eine sogenannte Brandmauer, aber mit klaren roten Linien, zu prüfen. Der Landrat verweist auf die hohe Wahlbeteiligung von 77,8 Prozent, die höchste seit der Wiedervereinigung in Sachsen-Anhalt, und sieht darin ein deutliches Votum der Bürger.

Er fordert, das Wahlergebnis anzuerkennen und die Bereitschaft aller Parteien, miteinander zu reden und Koalitionsmöglichkeiten zu sondieren, um eine arbeitsfähige Regierung zu bilden. Gleichzeitig macht Bauer deutlich, dass menschenverachtende Inhalte und Rechtsverstöße in keiner Form akzeptiert würden.

Im Salzlandkreis, wo die AfD überdurchschnittlich stark ist und beispielsweise im Wahlkreis Staßfurt mit 54,1 Prozent das bundesweit beste Ergebnis erzielte, ist die AfD mit 16 Mitgliedern auch im Kreisrat vertreten. Bauer beschreibt die praktische Zusammenarbeit im Kreistag als sachorientiert und unabhängig von Parteizugehörigkeiten.

Er betont, dass das Vermeiden des Dialogs gesellschaftliche Spaltungen vertiefe und warnt vor einer Entwicklung, die an amerikanische Verhältnisse erinnere.