Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die CDU angekündigt, im November oder Anfang Dezember den Landesvorstand neu zu wählen. Ministerpräsident Sven Schulze wird bei dieser Neuwahl nicht mehr kandidieren und hat somit seinen Rücktritt de facto erklärt.
Der erweiterte Landesvorstand hat zudem entschieden, die CDU künftig in der Opposition zu positionieren, da man sich nicht als Teil der Regierungsbildung sehe. Schulze betonte, dass die CDU handlungsfähig bleibe, etwa im Falle von Neuwahlen, die durch eine Regierungsunfähigkeit der AfD folgen könnten.
Die AfD erreichte bei der Wahl den ersten Platz, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Das Ergebnis führte bundesweit zu Protesten, unter anderem Demonstrationen in Berlin mit mehreren Tausend Teilnehmern, die sich gegen den Rechtsruck richteten.
Auch in Essen protestierten rund 1200 Menschen gegen den starken Wahlerfolg der AfD. Verschiedene Politiker äußerten Besorgnis über die politische Entwicklung.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zeigte sich bei einem Besuch in Litauen besorgt über den Einfluss der AfD und die steigende Bedrohungslage in Europa. Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke sieht eine längere instabile Phase in Sachsen-Anhalt voraus.
Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Thorsten Frei, warnte die Partei vor einer Panikreaktion und betonte die Bedeutung von Reformen, um Vertrauen zurückzugewinnen. Gleichzeitig schloss der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus.
Teile der FDP plädieren angesichts der Wahlergebnisse für einen Dialog mit der AfD unter bestimmten Bedingungen, statt einer strikten Abgrenzung. Die politische Lage in Sachsen-Anhalt zeichnet sich durch Unsicherheit und breite Debatten über die Umgangsweise mit der AfD aus.
