In einer hitzigen Diskussion in seiner Sendung konfrontierte Markus Lanz die Gründerin der Partei BSW, Sahra Wagenknecht, mit ihrem Umgang in der Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt. Lanz warf Wagenknecht vor, durch ihre Ankündigung, sich im dritten Wahlgang zu enthalten, indirekt einen AfD-Ministerpräsidenten zu unterstützen.
Wagenknecht entgegnete, dass die CDU ebenfalls Stimmen geben könnte und der Sitzestand ausgeglichen sei. Der Moderator erinnerte zudem an Wagenknechts frühere Rolle als Vorsitzende der Kommunistischen Plattform und warf ihr vor, sich nun zum Helfer der AfD zu machen.
Wagenknecht wies diese Anschuldigung zurück und nannte die Debatte „perfide“. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla mischte sich ein und kritisierte die Unterstellung, die AfD sei faschistisch.
Lanz warf Wagenknecht schließlich Opportunismus vor und bezeichnete ihren Versuch, die Anliegen der AfD-Wähler in den Mittelpunkt zu stellen, als „Nebelkerze“. Zu Beginn hatte Lanz noch scherzhaft die Harmonie zwischen Wagenknecht und Chrupalla hervorgehoben, doch die Auseinandersetzung eskalierte schnell.
Wagenknecht kritisierte den Wahlsieger Ulrich Siegmund für zögerliches Verhalten bei der Regierungsbildung, was Chrupalla mit Spott über Wagenknechts Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten konterte. Lanz unterbrach mit einem humorvollen Hinweis auf Altersdiskriminierung.
Wagenknecht beklagte sich außerdem über mangelnde Einladungen zu Talkshows vor der Wahl, worauf Lanz entgegnete, dass sie häufig vertreten gewesen sei. Er warf ihr vor, vom Wunsch nach Wiedereinzug in den Bundestag motivierte Manöver zu fahren.
Abschließend äußerte Lanz seine Enttäuschung darüber, dass Wagenknecht einst ihre Zusammenarbeit mit Rechtsradikalen ablehnte, diese Haltung inzwischen jedoch aufgegeben zu haben scheine.
