Wegen Gewalt in Berlin: CDU-Spitzenmann will Schwule mit mehr Kameras schützen Stefan Evers (46) ist CDU-Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September Berlin – CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46, lebt offen schwul) fordert in Berlin mehr Videoüberwachung zum Schutz von Homosexuellen.
Als Vorbild nennt er die brasilianische Millionenmetropole São Paulo. Im Interview mit der „Rheinischen Post“ sagt er: „Dort fühlen sich Schwule sicherer als in Berlin.“
Für Evers ist das kein ganz neues Thema.
Der CDU-Politiker wirbt seit Wochen für mehr KI-gestützte Videoüberwachung, besonders im Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz. Auch die Lesben- und Schwulen-Union (LSU) der CDU hatte entsprechende Maßnahmen bereits gefordert.
Straftaten sanken in São Paulo um bis zu 50 Prozent
Vorbild für Evers ist „Smart Sampa“, das riesige Kameranetz der brasilianischen Metropole São Paulo (knapp zwölf Millionen Einwohner). Mehr als 40.000 Kameras sind dort inzwischen mit einer zentralen Leitstelle verbunden.
Die Technik erkennt gesuchte Personen und Fahrzeuge, schlägt bei verdächtigen Situationen Alarm und lotst Einsatzkräfte zum Tatort. Das Ziel: mehr Sicherheit für alle im öffentlichen Raum.
Die Kameras dienen also nicht speziell dem Schutz von Homosexuellen, sondern der allgemeinen Kriminalitätsbekämpfung. Nach Angaben der Behörden ging an der Avenida Paulista, einem der bekanntesten Ausgeh- und Veranstaltungsviertel der Stadt, die Zahl der registrierten Straftaten zeitweise um mehr als 50 Prozent zurück.
Da Schwulenviertel von São Paulo wurde durch Kameraüberwachung deutlich sicherer
Evers verweist in dem Interview auf Berichte aus dem Schwulenviertel von São Paulo. Dort seien die Übergriffe nach Einführung von Kameras um bis zu 80 Prozent gesunken.
Worauf er seine Aussage stützt, erklärt er allerdings nicht. Öffentlich zugängliche Zahlen für einen solchen Rückgang sind nicht bekannt.
Offiziell belegt ist bisher nur ein Rückgang aller Straftaten um mehr als 50 Prozent.“
Queerfeindliche Gewalt bleibt in Berlin ein Problem: 2025 erfasste die Polizei 587 Straftaten, darunter 109 Gewaltdelikte. Auch die Hauptstadt testet deshalb inzwischen KI-gestützte Videoüberwachung.
Am Kottbusser Tor werden rund 30 Kameras installiert. Die Software soll Gewaltsituationen erkennen und die Polizei alarmieren.
Eine Gesichtserkennung wie in São Paulo ist allerdings ausdrücklich ausgeschlossen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
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