Ölpreis-Schock: Ruinieren diese Huthis jetzt unsere Weltwirtschaft? Anhänger der Huthi-Terroristen feiern die Erfolge der Miliz Berlin – Erst der Iran-Krieg, jetzt die neue Huthi-Offensive und das Lahmlegen der Öl-Infrastruktur Saudi-Arabiens.
Für die Weltwirtschaft kommt es derzeit knüppeldick: Die Huthi-Miliz kontrolliert inzwischen wichtige Teile der Meerenge Bab al-Mandab, seit Schließung der Straße von Hormus die vielleicht wichtigste Handels- und Öl-Route der Welt! Gleichzeitig wird die unverzichtbare Ost-West-Pipeline der Saudis Ziel von Angriffen, Riad stellte die Leitung daraufhin vorsorglich ab.
Kämpfer der Huthi-Terrormiliz laufen in Sandalen, mit Sturmgewehr in der Hand durch die Straßen
Droht jetzt der nächste Öl- und Preis-Schock? Die Lage im Nahen Osten ist ein explosives Gemisch: Durch die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer kommt beinahe jede zehnte Ware, die auf den Weltmeeren verschifft wird.
Durch die saudische Pipeline gingen bislang 4 bis 5 Prozent des globalen Öls. Plötzlich geraten unsere Energie- und Handelsrouten noch weiter unter Druck und könnten nicht nur das Tanken, sondern alles teurer machen, was wir im täglichen Leben brauchen – von Lebensmittel bis Haushaltswaren über Möbel und Klamotten!
Carsten Brzeski (54), Chefvolkswirt der ING Bank, warnt: „Der Schock kommt zu einer enorm ungünstigen Zeit, nachdem schon Licht am Ende des Tunnels zu sehen war“, sagt er BILD. Die deutsche Wirtschaft hatte nach jahrelanger Stagnation gerade erst wieder leichten Grund zur Hoffnung gehabt – der neue Doppel-Öl-Wumms in Nahost könnte sie wieder zunichte machen.
Angst vor Inflation und einer neuen Pleitewelle
Auch klar: Wie schlimm es wird, ist noch nicht vorhersehbar, da sich die Lage auch schnell wieder beruhigen könnte. Trotzdem warnt der Ökonom: „Vier Prozent Inflation bis zum Jahresende sind durchaus möglich, wenn der Ölpreis über längere Zeit über 100 Dollar bleibt.
Wir als Verbraucher spüren die Folgen sofort an der Tankstelle.“
Für einzelne Firmen könnte es existenziell werden. „Wenn die Energiepreise dauerhaft hoch bleiben, kann es passieren, dass das dem einen oder anderen Unternehmen den Rest gibt“, so Brzeski.
Heißt: wieder kein Wachstum, wieder mehr Pleiten. Noch sieht der Experte weder beim Öl noch beim Gas Versorgungsengpässe.
Brzeski mahnt jedoch zur Vorsicht: „Das heißt aber nicht, dass man sich zurücklehnen sollte. Die Frage ist immer, ob man erst in einer Mangellage reagieren will.“
Nicht nur der Ölmarkt gerät unter Druck.
Auch der Welthandel könnte die Folgen spüren. Davor warnt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder.
„Mit der Einnahme Perims rücken die Huthi den Handelsschiffen gefährlich nahe. Damit wächst das Risiko neuer Angriffe und eine Durchfahrt durch eine der wichtigsten Seewege der Welt wird für Schiff und Mannschaft gefährlich.“
Warum ist das wichtig?
Sollten Reedereien die Route meiden, müssten Schiffe einen Umweg fahren. „Die Ausweichroute um Afrika dauert bis zu zwei Wochen länger.“ Längerer Weg bedeutet höhere Kosten - und höhere Preise!
Nicht nur für Deutschland wird der Krieg im Iran und gegen die iranischen Verbündeten im Jemen zur Gefahr. Müssen wir jetzt schon Weihnachtsgeschenke kaufen?
Für Verbraucher gibt es aber auch eine Entwarnung: Hamsterkäufe oder sogar vorgezogene Weihnachtseinkäufe sind nach Einschätzung der Branche aktuell nicht nötig. Die Schifffahrt gilt als krisenerprobt und kann bei Störungen auf andere Routen ausweichen, sagt der Verband Deutscher Reeder (VDR) BILD.
Allerdings kostet das Zeit und Geld. Einzelne Waren könnten teurer werden oder mit Verspätung ankommen.
Mit leeren Regalen oder einem Ausfall des Weihnachtsgeschäfts rechnet der Verband derzeit aber nicht. Überspitzt gesagt: Weihnachten fällt nicht aus – manche Geschenke könnten nur einen etwas längeren Seeweg hinter sich haben.
Der Geopolitik-Experte Klemens Fischer (62) sieht die Lage bereits als ernstes Warnsignal für die globale Wirtschaft. Die Huthis seien nicht das größte Problem.
„Die wirkliche Attacke kommt aber aus dem Irak. Nach dem Drohnenangriff schließt Saudi-Arabien die West-Ost-Pipeline.“
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