Das bedeutet die Wahl in Niedersachsen: CDU verliert deutlich! AfD verdreifacht sich fast 6,3 Millionen Niedersachsen waren zur Kommunalwahl aufgerufen.
Die Wahlbeteiligung lag weit über 50 Prozent
Hannover – Niedersachsen hat gewählt! Aber vor der Kommunalwahl hatten sich Politiker in Hannover und Berlin die bangen Fragen gestellt: Stürzt die CDU, traditionell stärkste kommunale Kraft in dem Bundesland, jetzt ab?
Reißt der negative Bundestrend auch die SPD weiter in den Abgrund? Und setzt die AfD ihren Höhenflug fort?
Jetzt gibt es erste Antworten. Vorläufige Ergebnisse für die fast 2200 Kommunalparlamente wird es erst am Montag geben.
Aber eine Hochrechnung von Infratest dimap für den NDR zeigt folgendes Stimmungsbild: Die CDU bleibt demnach mit 27,7 Prozent stärkste Kraft, büßt aber 4 Prozentpunkte ein. Es folgt die SPD mit 24,5 Prozent (- 5,5).
Die AfD legt deutlich zu, kann ihr Ergebnis mehr als verdreifachen und ist jetzt drittstärkste Kraft. Sie kommt auf 16,5 Prozent – ein Plus von 11,9 Prozentpunkten.
Die Grünen rutschen leicht ab auf 13,6 Prozent (- 2,3). Die Linke verbessert sich auf 5,9 Prozent (+ 3,1), die FDP setzt mit 3,6 Prozent (- 2,9) ihre Talfahrt fort.
Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landeschef Olaf Lies (59) hatte am Vormittag gesagt: „Ich wünsche mir, dass die Wählerinnen und Wähler sich bewusst die Kandidaten vor Ort ansehen. Es ist keine kleine Bundestagswahl, sondern eine echte Persönlichkeitswahl.“ CDU-Landeschef Sebastian Lechner (45) forderte die Bundesregierung nach der Wahl zu einer Neuausrichtung auf: „Ich glaube, es braucht eine politische Änderung in Berlin.
Auch wir haben den Unmut über Berlin gemerkt.“
Dennis Weilmann (51, CDU) bleibt OB von Wolfsburg
Trotz des Bundestrends konnten aber auch viele Amtsinhaber ihre Posten verteidigen oder sich die Stichwahl sichern. Als einer der Ersten durfte Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann (51, CDU) jubeln.
Er wurde mit 50,1 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt – wenn auch knapp. Emdens OB Tim Kruithoff (parteilos) hat sich mit 68,7 Prozent im ersten Wahlgang souverän durchgesetzt.
Und in Stade bleibt Kai Seefried mit deutlichen 79,3 Prozent Landrat. Hannovers OB Belit Onay (45, Grüne) bei der Stimmabgabe im Wahllokal: Bei der Stichwahl am 27.
September darf er noch einmal abstimmen
Auch Hannovers OB Belit Onay (45, Grüne) galt als klarer Favorit, verpasste aber mit 45,4 Prozent die absolute Mehrheit. Im Stechen trifft er nun auf SPD-Spitzenkandidat Axel von der Ohe (49, 21,6 %).
In der Stichwahl für das Amt des Regionspräsidenten hat Eva Bender (45, SPD) mit 30,6 Prozent klar die nächste Runde erreicht vor Oliver Junk (CDU) mit 22 Prozent. Braunschweigs OB Thorsten Kornblum (44, SPD) kam auf 43,3 Prozent und trifft auf Maximilian Pohler (31, CDU), der 17,2 Prozent erreichte.
Regionspräsidentin-Kandidatin Eva Bender (45) und Hannovers OB-Kandidat Axel von der Ohe (49, beide SPD) haben es jeweils in die Stichwahl geschafft
Die AfD schaffte auch bei den Direktwahlen Erfolge. In Salzgitter zieht Spitzenkandidatin Patricia Mair mit 25,7 Prozent in die Stichwahl gegen OB Frank Klingebiel (62, CDU), der auf 45,6 Prozent der Stimmen kam.
Im Rat der Stadt könnte die AfD sogar stärkste Fraktion werden. Und in Peine verpasste AfD-Kandidatin Sonja Nilz (39) knapp die Stichwahl, weil Amtsinhaber Klaus Saemann (60, SPD) die absolute Mehrheit holte (51,4 Prozent).
„Flächendeckend sind wir nun in allen Kreistagen und Stadträten der kreisfreien Städte vertreten“, sagte AfD-Landeschef Ansgar Schledde (49) am Abend. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
