Zerbricht jetzt das Vereinigte Königreich?: Schottland, Wales und Nordirland wollen wieder in die EU Andy Burnham (56) wollte sich als neuer Premierminister um das Wiedererstarken der Wirtschaft kümmern, die durch den EU-Austritt ziemlich gelitten hat – jetzt muss er für den Zusammenhalt des Vereinigten Königreiches kämpfen London – Über dem Vereinigten Königreich braut sich ein gewaltiger politischer Gewittersturm zusammen, der den Länderbund zerstören könnte. Denn Schottland, Wales und Nordirland wollen mehr Selbstbestimmung – und damit auch das Recht, über die eigene Unabhängigkeit abstimmen zu dürfen.
Schon am Montag wollen die Regierungschefs der drei Länder ein gemeinsames Abkommen unterzeichnen. Durch die Gassen von Edinburgh, Cardiff und Belfast weht dieser Tage der Geist von William Wallace (1270-1305), jenem Freiheitskämpfer, der gegen die englische Krone aufbegehrte, um für Schottland die Unabhängigkeit zu erkämpfen.
Doch statt eines Freiheitskämpfers treffen sich am Montag drei pro-unabhängige Regierungschefs im walisischen Cardiff, um eine gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen, die den Landesteilen mehr Freiheiten geben soll. Und zur Auflösung des Vereinigten Königreichs führen könnte.
Das berichtet der britische „Telegraph“ (gehört wie BILD zu Axel Springer). Die drei Landesteile wollen wieder in die EU
Schottlands Erster Minister John Swinney (62) droht: „Zum ersten Mal überhaupt werden Schottland, Wales und Nordirland von pro-unabhängigen Premierministern geführt.
Es könnte kein klareres Zeichen dafür geben, dass der Status quo nicht nachhaltig ist – und dass Westminster sich auf eine Zukunft nach dem Vereinigten Königreich vorbereiten muss.“
Schottlands Erster Minister John Swinney (62) führt den Aufstand der drei Landesteile mit an
Die drei Landesteile wollen nicht nur bei Wirtschaft, Energie und innerer Zusammenarbeit enger kooperieren. Sie richten den Blick demonstrativ aufs Festland von Europa.
Schottland und Wales könnten der EU beitreten. Nordirland könnte sich dabei sogar der Republik Irland anschließen.
Die Unabhängigkeitskämpfer bekommen Rückenwind – aus den USA. Donald Trump (80) erklärte bei seinem Besuch in Dublin, er würde ein vereintes Irland „liebend gern“ sehen.
Und legte nach: „So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren.“
Andy Burnham könnte letzter Premierminister sein
Der neue Premierminister Andy Burnham (56) steht vor Shakespeare'schem Ausmaßes: Zunächst hatte er angedeutet, ein schottisches Referendum könne bei einem „klaren Konsens“ möglich sein.
Nun rudert er zurück. In einem Brief an Swinney erklärte er, es gebe „keinen Konsens für ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland, und es gibt auch keine klare Grundlage, um zu behaupten, dass sich die Mehrheit der Menschen in Nordirland derzeit vom Vereinigten Königreich trennen möchte“.
Doch in Edinburgh hört man offenbar längst die Uhr ticken. Schottland-Chef Swinney bezeichnet die Dynamik der Unabhängigkeitsbewegung als „unbestreitbar“.
Und dann setzt er noch einen drauf: Burnham könne „als letzter Premierminister des Vereinigten Königreichs in die Geschichte eingehen“. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
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