Auslandspresse zu Merz-Debakel: Niemand glaubt, dass er sich halten kann Die internationalen Medien kritisieren Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) Berlin – Ein politisches Erdbeben, das weit über Deutschland hinaus nachhallt: Das desaströse CDU-Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern und die Abwahl aus der Regierungsverantwortung in Berlin sorgen im Ausland für Aufsehen. Internationale Medien sehen in den Wahlniederlagen ein Signal für eine tiefgreifende Erschütterung der deutschen Parteienlandschaft.

Großbritannien spricht von einer „düsteren Symbolkraft“ und dass der „äußerst unbeliebte Merz um sein politisches Überleben kämpft“. Nicht, dass die SED-Nachfolgepartei „Die Linken“ das Rote Rathaus in Berlin erobert hat, ist das große Thema in den internationalen Medien – sondern der CDU-Absturz und die Merz-Dämmerung.

Zu Berlin schreibt die Schweizer „NZZ“: „Die Berliner wollen Deutschlands Hauptstadt offenbar einem sozialistischen Experiment unterziehen.“

Die linksliberale Pariser Zeitung „Libération“ titelt: „Merz gerät ins Taumeln“. Und prophezeit ein Ende der Brandmauer: „Die heilige Regel der ‚Brandmauer‘ der demokratischen Parteien, die jegliche Allianz mit der AfD verbietet, könnte rasch infrage gestellt werden.“ Merz wolle jedoch weiter seine Reformen durchsetzen, „die genauso unbeliebt“ seien wie er.

„Dabei glaubt niemand, dass er sich bis zum Ende seiner Amtszeit halten kann. Kanzler Deutschlands zu sein, kommt derzeit einem angekündigten Selbstmord gleich.“

Die britische „The Times“ schreibt über die Merz-Union, dass „es mit Abstand das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Landtagswahl ist.

Der Ausschluss aus dem Landesparlament wird für eine Partei, die sich traditionell als tragende Säule der deutschen Regierungsführung verstand, eine düstere Symbolkraft haben.“

„The Telegraph“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) analysiert: „Merz hält sich nach demütigender Doppelniederlage an der Macht.“ Und weiter: „Mit einer Zustimmungsquote von nur 10 Prozent ist er bei den Wählern und seinen eigenen Parteimitgliedern, die ihn als realitätsfern, unsensibel und arrogant bezeichnen, äußerst unbeliebt.“

„The Guardian“ schreibt, dass „der äußerst unbeliebte Merz um sein politisches Überleben kämpft, nachdem er in diesem Jahr eine Reihe demütigender Rückschläge bei den Wählern hinnehmen musste. Der schwindende Rückhalt für Merz hat in Europas größter Volkswirtschaft ein Gefühl der Instabilität ausgelöst.“

Wie geht es für Deutschland weiter?

Der französische Fernsehsender „TV5Monde“ sagt über die Wahlen: „Die ersten sechzehn Monate von Friedrich Merz als Bundeskanzler waren von langsamen Entscheidungsprozessen geprägt, nicht zuletzt wegen wiederholter Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Sozialdemokraten.“

Die polnische „Gazeta Wyborcza“ bringt die Merz-Krise auf den Punkt: „Als er die Führung der CDU übernahm, hatte Merz versprochen, dass er die Unterstützung für die AfD halbieren würde. Heute wird ihm vorgeworfen, dass er zum Wachsen ihrer Popularität beigetragen hat.“ Die konservative Zeitung „Rzeczpospolita“ kommentiert: „Friedrich Merz, dessen CDU in der Krise steckt, sieht keinen Grund zum Rücktritt.

Er wird vorerst im Amt bleiben, doch wie geht es weiter für Deutschland?“

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt?

Dann weisen Sie uns gern darauf hin.