Wählerwanderung: Wer die Linke in Berlin zur stärksten Partei machte Vor allem junge Wähler stimmten für die Linke: Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) bei ihrer Wahlparty Berlin – Die Linke hat die Wahl in der Hauptstadt gewonnen. Mit mehr als 25 Prozent wird sie stärkste Partei im Abgeordnetenhaus, kann damit ihr Ergebnis der letzten Wahl fast verdoppeln.
Erstmals könnte mit Elif Eralp (45) eine Linken-Politikerin Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden. Gewählt wurde sie vor allem von den jüngeren – und ärmeren – Berlinern.
Erstmals durften in Berlin auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus abgeben. Davon profitierten vor allem die Linken: In der jüngsten Wählergruppe erreichten sie nach Zahlen von Infratest für die ARD rund 43 Prozent der Stimmen.
Bei den 25- bis 34‑Jährigen wählte mit 49 Prozent sogar jeder Zweite die Linkspartei! Dagegen liegen bei den 45- bis 59‑Jährigen Linke, CDU und AfD mit je 19 Prozent gleichauf.
Am wenigsten stimmten die Über-70-Jährigen für sie. Bei den Senioren erreichte die Linke nur 14 Prozent, liegt hinter CDU (33 Prozent) und SPD (21 Prozent).
Was nicht nur junge Leute beschäftigt: Das wohl entscheidende Thema im Berliner Wahlkampf waren der Wohnungsmangel und hohe Mieten. Spitzen-Linke Elif Eralp will große Wohnungsunternehmen enteignen, einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einführen.
Damit sprachen die Linken gezielt die Berliner mit niedrigen Einkommen an: Bei Wählern, die ihre finanzielle Lage für „schlecht“ halten, stimmten 32 Prozent für die Linke – allerdings auch 25 Prozent für die rechtspopulistische AfD. Der vielleicht entscheidende Punkt: Keine andere Partei konnte gleichzeitig so viele Nichtwähler und Wähler von anderen Parteien für sich gewinnen.
Den Infratest-Zahlen zufolge stimmten rund 75.000 bisherige Nicht-Wähler für die Linken ab. Dazu kamen rund 51.000 von bisherigen Grünen-Wählern und 36.000 von der SPD.
Zum Vergleich: Auch die AfD konnte rund 65.000 Stimmen bei den bisherigen Nicht-Wählern holen, aber deutlich weniger von den anderen Parteien. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
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