Der Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe am Dienstag in Moskau sorgte wegen seiner ungewöhnlichen Anreise für Spekulationen. Ratcliffe reiste mit einer großen Militärmaschine vom Typ Boeing C-17 Globemaster, deren Flugaufzeichnungen öffentlich zugänglich und somit kaum unbemerkt bleiben konnten.
Experten gehen davon aus, dass diese Wahl nicht zufällig war, sondern als Signal an den Kreml und auch an europäische Partner verstanden werden soll. Die C-17 ist mit verschiedenen Selbstverteidigungssystemen ausgestattet, darunter Infrarot-Abwehr, Täuschkörper sowie Radarstörstreifen, und kann zudem mit einer speziellen mobilen Konferenzkabine ausgestattet sein.
Dies ermöglicht, den Flug auch als hochsicheren Besprechungsraum zu nutzen. Aufgrund der angespannten Situation wurde Berichten zufolge vorab unter anderem Kiew gebeten, während des Zeitraums von möglichen Drohnenangriffen auf russisches Gebiet abzusehen.
Der frühere Sicherheitsberater John Bolton erklärte dazu, dass sonst bei solchen Missionen häufig kleinere, unauffälligere Geschäftsflugzeuge genutzt würden, um den Besuch geheim zu halten. Auch der ehemalige CIA-Chef John Brennan äußerte die Vermutung, dass Informationen über die Reise möglicherweise bewusst veröffentlicht wurden, um eine Öffentlichkeit herzustellen.
Der Militärexperte Nico Lange bewertete den Besuch als Zeichen der Präsenz und Entschlossenheit der USA, die Europa derzeit nicht in gleicher Weise zeigt. Die Aktion könnte verdeutlichen, dass Washington trotz der aktuellen Spannungen weiterhin direkte Gespräche mit dem Kreml anstrebt, und somit eine Botschaft an alliierte Staaten gerichtet ist.
