Die Bundesregierung hat nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle neue Maßnahmen gegen Russland angekündigt. So wird das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen, der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt und die Einreisekontrollen für russische Staatsbürger verschärft.

Zudem soll die Schattenflotte, über die russisches Öl transportiert wird, stärker kontrolliert werden. Diese Schritte begründete Innenminister Alexander Dobrindt mit der Einschätzung, dass die russische Regierung hinter dem Angriff steckt.

Ex-Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt begrüßt das Vorgehen, hält jedoch weitere Eskalationen für wahrscheinlich. Er erwartet eine zügige Reaktion aus Russland und erklärate im Podcast von MOPO-Vize Paul Ronzheimer, dass Deutschland weitere Härten zurückhalte, um bei möglichen zukünftigen Angriffen gezielt reagieren zu können.

Schmidt betonte, dass Deutschland sich nicht in einem Krieg mit Russland befinde und eine direkte militärische Konfrontation innerhalb der NATO vermeiden wolle. Außerdem erläuterte Schmidt, dass im Rahmen deutscher Reaktionen bereits vier von fünf russischen Generalkonsulaten geschlossen wurden und nun mit der Aufgabe des letzten verbliebenen deutschen Konsulats in St.

Petersburg gerechnet werden müsse. Die russische Regierung bezeichnete die Vorwürfe als Vorwand und sieht die Unterstützung für die Ukraine als Provokation an.

Schmidt kommentierte diese Haltung als typische russische Propaganda, die eine völkerrechtswidrige Aggression umkehrt und die Verteidigung der Ukraine als Bedrohung darstellt. Insgesamt hält er Putin für unnachgiebig und desinteressiert am eigenen internationalen Ruf.