Die deutsche Marine hat im Nordatlantik erfolgreich eine ballistische Rakete des israelischen Typs Lora getestet. Dabei handelte es sich um eine streng geheime Erprobung, bei der zwei deutsche Fregatten zwischen Irland und Island eingesetzt wurden.

Das Raketensystem zeichnet sich durch eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern aus, was die bisher verfügbaren Marine-Raketensysteme deutlich übertrifft. Laut Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack eröffnet der Test ein neues Kapitel in der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit auf See.

Lora ist eine taktische Präzisionswaffe, die in Israel entwickelt wurde und strategische Ziele tief in feindlichem Gebiet angreifen kann. Die Rakete wird in Containern transportiert und kann schnell von Schiffen abgefeuert werden.

Dieses System soll zusammen mit dem bereits vorhandenen Marschflugkörper Taurus der Bundeswehr eine erweiterte Fähigkeit bieten, entferntere Landziele zu bekämpfen. Die Aufrüstung der Bundeswehr mit solchen Präzisionswaffen ist Teil eines größeren Programms zur Abschreckung russischer Aggressionen, das auch den Kauf von US-amerikanischen Tomahawk-Mittelstreckenraketen umfasst.

Deutschland arbeitet zudem mit europäischen Partnern an der Entwicklung eigener Raketensysteme.