Van der Vaart packt aus: Was ich jeden Tag mit Sané machen würde Leroy Sané (30) absolvierte bislang 80 Länderspiele für Deutschland (18 Tore) Er ist einer der größten Oranje-Stars, die die Bundesliga je gesehen hat. Vor dem Länderspiel-Kracher von Holland gegen Deutschland am Donnerstag in Amsterdam packt Rafael van der Vaart (43) im BILD-Podcast „Phrasenmäher“ aus.

Welchen deutschen Nationalspieler er gern für Holland einbürgern würde? „Leroy Sané!

Und dann würde ich ihn als Co-Trainer jeden Tag wachrütteln. Der Junge hat die Qualität von Kylian Mbappé, aber am Ende kommt es nicht raus und das macht mich ab und zu fast böse.

Man denkt dann – er spielt wie ein Weichei, dabei hat er so viel Potential.“

Rafael van der Vaart (43) absolvierte 109 Länderspiele für Holland

Ob er lieber Xavi oder Jürgen Klopp als neuen Holland-Trainer gehabt hätte? „Xavi war schon eine Überraschung, aber ich glaube, dass es gut klappen kann, denn er versteht die Johan-Cruyff-Schule aus Barcelona.

Ich bin auch froh, dass Klopp jetzt Deutschland-Trainer ist. Mit 59 hat er das perfekte Alter, um Bundestrainer zu sein.

Auf jeder Pressekonferenz mit ihm passiert etwas. Das liebe ich!

Denn: Die größte Qualität, die ein Trainer haben kann, ist es, dass die Spieler für dich durchs Feuer gehen – und das haben alle Spieler immer bei allen Vereinen für ihn gemacht.“

Für Jürgen Klopp (59) wird das Spiel gegen Holland das erste als neuer Bundestrainer

Für welchen Trainer er durchs Feuer gegangen ist? „Thomas Doll!

Er hatte so viel Energie und hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Beim ersten Treffen holte er einen Zettel raus und sagte: ‚Hier spielt Barbarez, da Lauth und dahinter du – und du kannst machen, was du willst.‘ Das fand ich natürlich super!“

Warum er wegen Doll mal 230 Euro für ein Taxi zahlen musste

Nach einem Trainingslager in Going bei Kitzbühel hat van der Vaart mit Boulahrouz und Ersatzkeeper Kirschstein die Abfahrt verpennt: „Ich kam viel zu spät, die Arschlöcher sind ohne uns losgefahren und ich dachte nur: „Dolly, du lässt deinen besten Spieler hier stehen?

Was ist denn hier los?‘“ Am Ende hatte die Erziehung aber Wirkung – zu spät zum Bus kam van der Vaart nicht mehr. Welche Trainer-Ansprache er niemals vergessen wird?

„José Mourinho hat in seiner ersten Besprechung bei Real Madrid vor Stars wie Kaka, Benzema oder Ronaldo gesagt: ‚Wenn Ihr einfach macht, was ich sage, verlieren wir kein Spiel.’ Das fand ich geil!“

Van der Vaart traf BILD-Sportchef und Phrasenmäher-Moderator Henning Feindt (r.) in seiner neuen Heimat Arnheim

Welcher Holland-Trainer die Spieler vor Deutschland-Spielen am heißesten gemacht hat? „Willem van Hanegem, der Co-Trainer von Dick Advocaat, hat Deutschland fast gehasst.

Damals war die Rivalität noch viel höher. Er hat in der Kabine an das verlorene WM-Finale 1974 erinnert, an unseren Triumph im EM-Halbfinale 1988 und dass verlieren niemals in unseren Gedanken sein darf.“

Wann lernt ein Holländer, dass man Deutschland schlagen muss?

Van der Vaart ist heute TV-Experte für Ziggo Sport, analysiert dort u.a. die Champions League und Länderspiele

Wie er die Kritik an seinen Aussagen als TV-Experte sieht?

Van der Vaart sorgt als TV-Experte für Ziggo Sport immer wieder für Schlagzeilen. Beispiel: Über Virgil van Dijk sagte er während der WM: „Er wendet im Zweikampf wie eine Boeing 747.“ Danach gab es sogar Kritik von Jürgen Klopp („Wenn Rafael irgendwann mal etwas Positives sagt, nehme ich ihn auch wieder ernst.“)

Van der Vaart: „Also: Fernsehen soll ja schon ein bisschen unterhalten und locker sein.

In Deutschland nimmt man das immer sehr ernst. Früher haben wir über Basti Reinhardt beim HSV auch mal gesagt: Du drehst dich im Zweikampf so schnell wie die Queen Mary 2. Das meine ich nie so böse, wie es klingt.

Und dass Klopp Virgil verteidigt, ist doch klar – er ist wie ein Sohn für ihn und das mag ich auch. Und wenn einer immer wieder positiv über ihn spricht, bin ich das.

In Holland gibt es ja eine große Diskussion, ob er beim Neustart der Nationalelf noch dabei sein soll. Aber ich sage: Ich finde ihn viel besser als Jan Paul van Hecke, für den Tottenham 60 Mio.

Euro gezahlt hat, und daher ist es richtig, dass Xavi ihn nominiert hat.“

Was er als Spieler heute wert wäre? „Ich würde sagen: 150 Millionen Euro, aber dann bin ich wieder arrogant (lacht).“

Stört es ihn, wenn Leute ihn so nennen?

„Nein, absolut nicht. Lothar Matthäus und Dietmar Hamann sagen in Deutschland auch, was sie denken – und ich stehe auch dazu.

Schwierig ist es nur, wenn mein Sohn oder meine Familie beleidigt wird und die Dinge explodieren. Aber ich selbst lese das gar nicht.“

Für welche BILD-Geschichte er in Holland ausgelacht wurde!

„Ich kann mich erinnern, dass BILD die Zehen meines linken Fußes fotografiert und dann ‚Der Zauberfuß‘ dazugeschrieben hat. Das war für BILD eine Super-Geschichte, aber in Holland haben mich alle ausgelacht.“

BILD vermisst den Zauberfuß des HSV: Für diese Geschichte wurde van der Vaart in seiner Heimat ausgelacht

Was er heute denkt, wenn er das Valencia-Foto sieht?

2007 wollte van der Vaart den Wechsel nach Spanien erzwingen, ließ sich mit Valencia-Trikot fotografieren und löste einen XXL-Shitstorm aus. Sein erster Gedanke, wenn er heute aufs Foto schaut?

„Ich war dünn, schlank, jung – und dumm! Natürlich tut es mir sehr leid, was ich getan habe und es war ein Fehler.

Aber damals war ich sehr genervt, wollte unbedingt weg und die spanischen Journalisten haben gesagt: ‚Wenn du das Foto machst, kannst du morgen wechseln!‘ Wären mein Vater oder Sylvie zu Hause gewesen, wäre es nie so weit gekommen, aber in dem Moment habe ich mich nicht getraut, nein zu sagen. Am Ende war es eine dreckige Geschichte, die trotzdem auch schön ausging.

Ich wusste: Ich muss jetzt hart kämpfen und viele Tore schießen, um wieder die Herzen der Fans zu gewinnen – und das hat geklappt.“

Riesen-Aufreger: 2007 posierte der damalige HSV-Star mit einem Valencia-Trikot, um seinen Wechsel nach Spanien zu erzwingen

Wie die Mitspieler darauf reagierten? „Huub Stevens kam zu mir mit dem Foto und fragte: ‚Das ist Photoshop, oder?‘ Und ich sagte: ‚Nein, das ist kein Photoshop.‘ Er hat dann die Mannschaft gefragt, ob ich spielen sollte und sie haben ja gesagt – wenn ich richtig Gas gebe.“ Bei der Weihnachtsfeier ein paar Monate später gab es dann noch ein besonderes Geschenk.

Van der Vaart lacht: „Ein Valencia-Trikot mit der Nummer 23 und dem Namen VAN DER VERRAT. Das war genau mein Humor!“

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