Sieg in Unterzahl: Lok Leipzig feiert Erlösung im „Paradies“ Enge Kiste: Jenas Kevin Lankford (links) gegen den Leipziger Farid Abderrahmane. Erlösung für Lok Leipzig, Tristesse bei Carl Zeiss Jena.
Nach vier Spielen ohne Sieg gewannen die Sachsen vor 8909 Zuschauern beim FCC im Ernst-Abbe-Sportfeld – auch „Paradies“ genannt – mit 2:1 (1:1). Für den Vizemeister des Vorjahres ist es bereits die vierte Niederlage im zehnten Spiel.
Jena ist lediglich Achter, direkt gefolgt von Lok. Das Top-Duo der vergangenen Regionalliga-Saison ist nur noch Mittelmaß.
Um den Aufstiegszug am Horizont noch zu sehen, bräuchte es schon ein Zeiss-Fernglas ... Rein ins Spiel: Den besseren Start erwischten die Thüringer.
Einen Schuss von Luca Wollschläger konnte Leipzigs Keeper Andreas Naumann nicht festhalten, den Rebound versenkte der Jenaer Angreifer mit dem Kopf zum 1:0 für den FCC (5.). Die Freude währte aber nur kurz.
Drei Minuten danach dribbelte sich der Leipziger Enes Öztürk durchs Mittelfeld, zog dann aus 20 Metern ab. Der Ball schlug am jungen Jenaer Torwart Till Härting vorbei im linken unteren Eck ein, 1:1 (8.).
Härting rutschte weg, musste so den Ball passieren lassen. Lok übernahm die Spielkontrolle, Jena offensiv mal wieder ohne Ideen und defensiv oftmals gedanklich zu langsam.
Den Sachsen merkte man hingegen die Sieglos-Serie an, sie agierten nur mit viel Nervosität. Nach 38 Minuten zappelte die Kugel noch einmal im Netz.
Nach einer Ecke traf Elias Löder am langen Pfosten. Doch weil vorher Malik Talabidi seinen Gegenspieler Nils Kaiser weggestoßen haben soll, zählte der Treffer nicht.
Sechs Minuten danach flog Jan-Philipp Stein mit hohem Bein Richtung Hals von Löder - streckte den nieder und sah Rot (44.). Er gab ein ordentliches Startelf-Debüt: Jenas junger Keeper Till Härting.
Löder, der vor dem Spiel für seinen Treffer im Pokal-Spiel gegen Darmstadt von der ARD für sein Tor des Monats ausgezeichnet wurde, blieb dann vorsorglich in der Kabine. Nach dem Seitenwechsel musste er von draußen mit ansehen, wie Leipzig trotz der Unterzahl das bessere Team war - und plötzlich in Führung ging.
Farid Abderrahmane zog aus 22 Metern ab, Härting wehrte den ersten Versuch noch ab, doch der Abpraller landete vor den Füßen von Ayodele Adetula, der den Ball eiskalt zum 2:1 versenkte (49.). Leipzig war nun sicherer in seinen Aktionen, während die Thüringer immer verzweifelter dem Rückstand hinterherliefen.
Zwar ergaben sich noch Einschusschancen, doch diese vergab die Zeiss-Elf kläglich. So zum Beispiel der über die halblinke Seite freigespielte Timon Burmeister, der den Ball aus zehn Metern gleich fünf Meter über die Querlatte schoss (61.).
Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor - allerdings ohne zwingende Gelegenheiten. Und Leipzig konterte.
In der Schlussminute lief Jonas Arcalean allein auf Jena-Keeper Härting zu - und der meisterte die Situation bärenstark, verhinderte das 1:3.
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