Interview mit Nürnbergs OB: König: „Wollen Stadion definitiv bauen!“ Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (r.) hat mit einem TV-Interview viel Wirbel ausgelöst Nürnberg – Wann bekommt der 1. FC Nürnberg sein neues Stadion? Noch Ende Juli träumte selbst Stadion-Bürgermeister Andreas Krieglstein (50) beim FCN-Sommerfest von einer Eröffnung zur Saison 2031/2032. Der CSU‑Politiker bei seiner damaligen Rede: „Wenn in der Region und im Verein alle an einem Strang ziehen, dann sind wir Weltklasse.

Wir werden uns für dieses Ziel zerreißen.“

Von diesem Optimismus ist nur zwei Monate später nicht mehr viel übrig geblieben. Zumindest bei Krieglsteins Vorgesetztem.

In einem TV-Interview mit „Franken Fernsehen“ kündigte Oberbürgermeister Marcus König (45/„Zeitlich steht das Stadion auf der Kippe“) eine Verzögerung des Umbaus an. Seitdem herrscht gerade bei den Club-Fans große Unruhe.

BILD bat König daher zum Interview. Waren Sie überrascht über die Reaktionen auf Ihre Stadion-Aussagen?

Marcus König: Nein, allerdings gab es etwas zu viel Aufregung. In der Grundhaltung sind wir uns doch alle einig: Wir brauchen das neue Stadion und wollen es definitiv bauen.

Die Frage war einzig, ob bereits 2028/2029 die Bagger rollen werden. Und genau das halte ich nicht für realistisch, da wir dafür bereits jetzt Gelder in einer Größenordnung einstellen müssten, die haushaltstechnisch momentan nicht darstellbar ist.

Schon jetzt haben Städte wie Erlangen, Hof oder Ingolstadt keine Haushaltsgenehmigungen mehr erhalten. Wenn auch wir im Dezember keinen genehmigungsfähigen Haushalt einreichen können, dürfen bei uns überhaupt keine neuen Bauprojekte mehr gestartet werden.

Aber noch vor wenigen Monaten war von einer Verzögerung beim Stadionneubau überhaupt keine Rede. Was ist seitdem passiert?

Sie werden von mir nie im Wahlkampf irgendeine Aussage gehört haben, dass die Bagger 2028 oder 2029 rollen werden. Klar war und ist: Wir brauchen ein neues Stadion.

Und daran hat sich ja auch nichts geändert. Können Sie verstehen, dass Ihr Hinweis auf den noch fraglichen Eigenkapital-Anteil des FCN bei den Club-Bossen als Foulspiel gesehen wurde?

Also ich habe nur gesagt, dass ich die versprochenen 30 Millionen Euro bisher noch nicht gesehen habe. Wenn das missverstanden wurde, ist das in Ordnung.

Alles gut! Ich bin auch ein „Clubberer“ und will dieses Stadion genauso.

Aber wenn ich in meinem neuen Haushalt zwischen 90 und 110 Millionen Euro einsparen muss, dann kann ich mir den bisherigen Zeitplan einfach nicht vorstellen. Nichts anderes habe ich gesagt.

Wenn der Stadtrat im November anders entscheiden sollte, freue ich mich. Aber auch die nächsten Jahre werden für Ihren Haushalt doch nicht einfacher?

Ja, aber gerade mit Blick auf den Zustand des Stadions müssen wir ja alles dransetzen, dieses Stadionprojekt zügig voranzubringen. Da sind wir uns im Stadtrat ja alle einig.

Aber bis dahin müssen wir eben auch erst die Machbarkeitsstudie abwarten, und erst dann können wir auch sehen, wie wirtschaftlich alles sein kann. Und wer wie viel einbringen wird.

Erst dann können wir alles in den nächsten Haushalten so platzieren, dass die Haushaltsgenehmigung nicht in Gefahr kommt. Besteht die Gefahr, dass am Ende das Stadion kleiner ausfällt?

Nein, die Gefahr sehe ich nicht. Wir halten an der Größe fest, weil wir auch ein Stadion für internationale Spiele haben wollen.

Eine finanzielle Förderung durch den Freistaat Bayern ist an diese Voraussetzung gekoppelt. Haben Sie Fehler entdeckt?

Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!