„Nicht legitim“ +++ „Schwierigkeit des Vertrauens“: DFB schaltet im Reform-Kurs auf Angriff DFB-Geschäftsführer Spielbetriebe, Manuel Hartmann (Mitte) neben Andreas Rettig (l.) Der DFB geht bei der Wiederherstellung eines klaren Ligen-Systems in die Offensive! Am 18. Dezember soll auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag mit dem viergleisigen Kompassmodell eine Regionalliga-Reform durchgesetzt werden, damit alle Meister in die 3. Liga aufsteigen können.

Am Rande des Drittliga-Spiels Wiesbaden gegen Duisburg (1:4) sprach DFB-Boss Manuel Hartmann (47) Klartext. Hintergrund: Unter den Trägern der fünf Regionalligen gibt es immer wieder die Forderung, die 3. Liga einfach auf 22 Teams mit fünf Auf- und Absteigern aufzustocken.

Bei „MagentaSport“ sagte Hartmann jetzt: „Wir müssen in die Vergangenheit schauen. Die 3. Liga hat vor acht Jahren einen vierten Abstiegsplatz eingebracht und auf der Gegenseite kam das Versprechen, wir reduzieren von fünf auf vier Regionalligen.

Jetzt einen fünften Absteiger zu fordern, ist nicht legitim.“

Anhänger von Eintracht Braunschweig fordern die Einführung des Kompassmodells

Der DFB-Geschäftsführer Spielbetriebe wurde sogar noch deutlicher: „Das wäre für die 3. Liga eine Schwierigkeit des Spielplans, finanzieller Stabilität und auch des Vertrauens solch eine Zusage, die damals nicht eingehalten wurde, jetzt zu erweitern. Das werden die Drittligisten, da haben sie sich positioniert, so nicht akzeptieren können.“

Die Aussagen sind eine klare Breitseite gegen den bayerischen Verbandsboss Dr.

Christoph Kern, der einen solchen Antrag vorbereiten will. Kern will die eigene Bayern-Staffel erhalten, obwohl es aus seiner Regionalliga zuletzt kaum Lizenzanträge von Klubs zum Aufstieg in die 3. Liga gab.

Dr. Christoph Kern ist Präsident des Bayerischen Fußballverbands (BFV)

Der DFB will die Qualität der 3. Liga dagegen nicht verwässern, sondern die der 4. Liga durch Leistungsverdichtung stärken.

12 Spieler des aktuellen Nationalelf-Kaders von Bundestrainer Jürgen Klopp liefen ehemals in der 3. Liga auf. Hartmann: „Wir haben mittlerweile ein so hohes Niveau, dass die Spieler sich im Übergangsbereich dort durchsetzen müssen und eben auch Spielzeit bekommen.

Das ist ein ganz wichtiger Baustein in der deutschen Talententwicklung. Wir haben den Fördertopf ausgeweitet, wollen noch mehr Anreize schaffen.

Davon profitiert die Bundesliga und auch die Nationalmannschaft.“

Der DFB-Boss bestätigte erstmals, dass der DFB-Bundestag in Präsenz stattfinden wird, um Meinungen besser auszutauschen. Hartmann: „Es ist ein demokratischer Prozess, es können andere Anträge eingebracht werden.

Wir stehen für das Kompassmodell.“

Dazu erläuterte er: „Im Vorfeld ist es wichtig, einen Antrag auf den Weg zu bringen, der den Bedenken, die es zum Teil auch berechtigt gibt, nochmal Rechnung trägt. Wir haben auch den Vereinen zugehört, die vielleicht noch Vorbehalte haben.“ Weil die Regionalligisten jedes Jahr nach den kürzesten Fahrtstrecken eingeteilt werden sollen, haben z.B.

hessische Vereine Sorgen, zerstreut zu werden. Der DFB will mit kleinen Anpassungen mehr Sicherheit schaffen.

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