Chaos in der HSV-Abwehr: Das rät Zu-null-Experte Stevens Trotz Klatsche in Leipzig wurden die HSV-Profis nach Abpfiff von ihren Fans ordentlich verabschiedet Beim Blick auf den HSV in der Bundesliga-Tabelle ist die gute Laune von Ex-Trainer Huub Stevens (72) sofort im Keller. Null Punkte, 0:12 Tore und damit Platz 18 nach drei Spieltagen.
Das Chaos in der HSV-Abwehr – beängstigend. Und auch für Stevens – dessen Defensiv-Maxime „Die Null muss stehen“ zum legendären Bundesliga-Spruch wurde – schwer zu ertragen.
HSV: Das rät Zu-null-Experte Stevens
BILD fragte den Zu-null-Experten: Wie bekommt der HSV seine Abwehr wieder in den Griff? Stevens: „Puh, das ist eine Herkulesaufgabe.
Aber das ist nicht unmöglich. Du musst ja mit den Spielern, die dir zur Verfügung stehen, arbeiten.
Einen vertragslosen Profi zu finden, der klar besser ist als das vorhandene Personal, wäre mehr als ein Glücksfall.“
Ganz generell rät Stevens: „In so einer Situation bist du als Trainer ein Psychologe, Vaterfigur und Vorbild für die Spieler. Alle schauen auf dich, registrieren, was du sagst und tust.
Doch der Coach darf dabei nicht allein stehen. Sein Trainerteam, der Staff sowie der Vorstand müssen in jeder Sekunde hinter ihm stehen, ihm den Rücken stärken.
Klar muss für alle im Verein sein: Wir gehen alle den Weg zusammen. Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir es gemeinsam machen.“
So ging es der Coach im Februar 2007, als er den Tabellen-18.
HSV mit vier Punkten Rückstand auf das rettende Ufer übernahm, an. Am Ende verhinderten die Hamburger nicht nur den Abstieg, sondern qualifizierten sich sogar noch für das internationale Geschäft.
Trainer Huub Stevens (l., damals 54) und sein Abwehrchef beim HSV, Vincent Kompany (damals 21)
Das heutige Dilemma, dass man den starken Abwehrchef Luka Vuskovic (19/jetzt Brighton) nicht gleichwertig ersetzen kann, ist auch Stevens bekannt: „Trotzdem haben Spieler wie Torunarigha, Capaldo oder Bornauw eine gewisse Klasse, die sie aktuell nicht abrufen können. Die Trainer müssen diesen im Moment verunsicherten Spielern ein gutes Gefühl geben.
Das geht durch Erfolgserlebnisse im Training, oder anhand von Vier-Augen- bzw. Gruppengesprächen.
Man darf trotz der schlechten Resultate nicht verkrampfen. Ich weiß, dass das eine echte Herausforderung ist.
Aber wenn man das schafft, geht vieles von selbst. Das wünsche ich dem HSV.“
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