Wahlkampf-Endspurt in Meck-Pomm: CDU-Spitzenkandidat: Mit Spritrabatt über die Fünf-Prozent-Hürde? CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) bei einem Wahlkampftermin in Neukloster Neukloster (Mecklenburg-Vorpommern) – CDU-Sonnenschirm, Seifenblasen für Kinder, Taschen mit Fischbrötchen-Motiv: Auf dem Edeka-Parkplatz in Neukloster kämpft die CDU in Mecklenburg-Vorpommern um jede Stimme.

Spitzenkandidat Daniel Peters (45) verteilt Flyer, schüttelt Hände und sucht das Gespräch mit den Menschen. Doch Rückenwind sieht anders aus.

Die CDU liegt in den Umfragen bei nur sieben Prozent. Statt vom Machtwechsel in Schwerin zu träumen, muss die Partei inzwischen sogar um den Einzug in den Landtag bangen.

Das spürt Peters bei jedem Termin. Ein Mann wird angesprochen, winkt sofort ab: „Ich bin AfD.“ Die Wahlhelferin zieht weiter.

Wenige Minuten später steuert eine ältere Dame gezielt auf den Stand zu. Sie freut sich, überhaupt noch CDU-Wahlkämpfer in der Fußgängerzone zu sehen.

Später beklagt eine CDU-Anhängerin die Spaltung im Land. Die vielen AfD-Stimmen machten sie traurig.

Überzeugen könne man viele Wähler nicht mehr, sagt sie. „Sie denken, wir halten sie für Nazis.

Aber das sind sie nicht alle.“ Auch ein Mann mit Hund sucht das Gespräch. Früher habe er CDU gewählt, erzählt er.

Heute sei er ausgetreten. Die Union müsse die „Brandmauer“ aufgeben und wieder stärker auf die Menschen zugehen.

Daniel Peters und Team beim Häuserwahlkampf in Neukloster

Daniel Peters macht einen aufgeräumten Eindruck. Den schwarzen Peter will er nicht Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) zuschieben.

Vielmehr seien es SPD-Chefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil sowie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die Reformen ausbremsten. Deutschland brauche eine echte Reformpolitik, sagt Peters.

Bei einzelnen Punkten, etwa den Minijobs, wünsche er sich sogar noch weitergehende Änderungen. Was er auf Marktplätzen und Parkplätzen immer wieder hört: die Wut über die hohen Spritpreise.

Viele Pendler im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern seien auf das Auto angewiesen. Preise von bald 2,60 oder 2,70 Euro pro Liter seien für viele nicht mehr tragbar.

Seine Antwort: „Wir müssen an die Steuern und Abgaben ran, die Doppelbesteuerung beenden und die CO2-Abgabe aussetzen. Von mir aus auch die Mehrwertsteuer senken.

Alles, was möglich ist, muss jetzt gemacht werden.“ Umsetzen könne das allerdings nur Berlin. Aus Mecklenburg-Vorpommern könne er lediglich den Druck erhöhen und das Signal senden, dass sich etwas ändern müsse.

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt?

Dann weisen Sie uns gern darauf hin.