Wadephul in Bundapest: Ungarn stoppt Putin-Kuschelei! Ukraine-Kurs unklar Eiszeit vorbei: Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) und seine ungarische Amtskollegin Anita Orbán (52) Budapest – Sieben Jahre lang war kein deutscher Außenminister in Ungarn.
Das hat Johann Wadephul (CDU) jetzt geändert. 128 Tage nach dem Amtsantritt des neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar (45) reiste Wadephul nach Budapest und traf dort u.
a. seine Amtskollegin Anita Orbán (52, nicht verwandt mit Ex-Regierungschef Viktor Orbán).
Auch 688 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt sind die Niederlage der Union bei der Sachsen-Anhalt-Wahl sowie das Erstarken der AfD Thema. Die Internet-Zeitung „Népszava“ aus Budapest schrieb: „Gefühlt (…) entfernen sich Ost und West wieder voneinander.
Diese Spaltung nutzt die rechtsextreme AfD heutzutage geschickter aus als jeder andere. Und das kann zu dramatischen Konsequenzen nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa führen.“ Doch: Außenministerin Orbán wollte sich auf BILD-Anfrage vor Ort nicht zum Erstarken der AfD äußern.
Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar (45)
In Deutschland wird derweil die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) immer lauter. Während der in Finnland am Arktis-Gipfel teilnimmt, mag Wadephul in Budapest allerdings keine Schwäche des Kanzlers erkennen.
Der Außenminister sagte auf Nachfrage, niemand übersehe das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen‑Anhalt. Zugleich betonte er, die Bundesregierung sei „wirklich sehr stabil“.
Mit Blick auf die Diskussion über Bundeskanzler Merz sagte Wadephul: „Diese Bundesregierung ist bereit, die Verantwortung wahrzunehmen, die sie hat. Sie ist entschlossen dazu.“ Und: Der Kanzler könne sich jederzeit auf die Unterstützung der Regierungsfraktionen und seines Kabinetts verlassen.
In Ungarn liegt der Fokus des Außenministers auf der Wiederaufnahme der deutsch-ungarischen Beziehungen. Die Eiszeit soll beendet werden.
Nachdem Viktor Orbán sein Land fast zum Vasallenstaat Russlands degradiert hatte, legt der neue Regierungschef Péter Magyar (45) eine Kehrtwende hin. Wadephul betont: „Wir haben extrem viel aufzuholen.“ Er käme „mit der Hoffnung, dass Ungarn sein großes europäisches Herz wiederentdeckt und ganz Europa das spürt“.
Ex-Diplomat Klemens Fischer (64) betont allerdings in BILD: „Wadephuls Besuch in Budapest dient mehr der ungarischen Regierung als Berlin. Die EU übersieht gerne, dass Magyar die Interessen Ungarns im Auge hat, nicht unbedingt die von Brüssel.
Und sich gegen Russland zu wenden, heißt noch lange nicht, hinter der Ukraine zu stehen.“
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt?
Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
