Medienstaatsminister rüttelt am System: Weimer denkt über ZDF-Privatisierung nach Medienstaatsminister Wolfram Weimer (61) Berlin – Das wäre ein radikaler Umbau des deutschen Mediensystems! Medienstaatsminister Wolfram Weimer (61) stellt offenbar die Zukunft von ARD und ZDF in ihrer bisherigen Form infrage.
Bei einer internen Rede in Berlin brachte er nach Teilnehmerberichten sogar eine Privatisierung des ZDF und die Zusammenlegung mehrerer ARD-Anstalten ins Gespräch. Bei der rechtspolitischen Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung sagte Weimer laut der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), man müsse grundsätzlich darüber nachdenken, ob man das bisherige System aus ARD und ZDF überhaupt noch in der aktuellen Form brauche.
Denn: Nicht nur zwischen ARD und ZDF gebe es Doppelstrukturen. Auch innerhalb der Sendergruppen seien zahlreiche parallele Strukturen entstanden.
Besonders deutlich wurde Weimer offenbar bei den kleineren ARD‑Sendern. Im Gespräch mit Intendanten hätten diese ihm erklärt, dass etwa Radio Bremen und der Saarländische Rundfunk nicht zwingend eigenständig bleiben müssten.
Stattdessen könnten größere Senderverbünde entstehen. Weimers Idee: ein „Kleeblatt im System“ mit nur noch vier oder fünf Rundfunkanstalten in Deutschland.
„RTLs dieser Welt“ mit dem Rücken zur Wand
Auch eine Privatisierung des ZDF soll der parteilose Medienstaatsminister ausdrücklich angesprochen haben. Weimer kritisierte zugleich die Konkurrenzsituation für private Medienhäuser.
ARD und ZDF würden über den Rundfunkbeitrag finanziert und hätten dadurch gegenüber privaten Anbietern einen strukturellen Vorteil. Die „RTLs dieser Welt“ stünden mit dem Rücken zur Wand, sagte Weimer laut Teilnehmerberichten.
Die Anfang 2026 in Kraft getretene Rundfunkreform sieht zwar mehr Zusammenarbeit und schlankere Strukturen vor. Die neun ARD-Anstalten und das ZDF bleiben aber bestehen.
Für Weimer geht das offenbar nicht weit genug. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Social Media und neuen rechtspopulistischen Medienangeboten müsse man die bisherigen Reformbemühungen grundsätzlich überdenken, sagte er.
Allerdings ist Rundfunkpolitik Sache der Länder. Der Bund kann die Strukturen von ARD und ZDF nicht einfach selbst ändern.
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