Volkswagen steht vor einer neuen Eskalationsstufe im internen Konflikt um Einsparungen. Sollte der Aufsichtsrat am 4.
September erneut wesentlichen Sparplänen nicht zustimmen, erwägt der Vorstand unter Konzernchef Oliver Blume, die Entscheidungen vor die Anteilseigner zu bringen. Es geht um den Abbau von rund 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030, wobei 35.000 davon auf die Volkswagen AG entfallen.
Blume deutete an, dass global sogar weitere 50.000 Jobs betroffen sein könnten, um die Kosten auf Konkurrentenniveau zu senken. Besonders in vier deutschen Werken – Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm – soll die Produktion zwischen 2031 und 2034 eingestellt werden.
Arbeitnehmervertreter und das Bundesland Niedersachsen sind gegen zusätzliche Sparmaßnahmen. Nach dem Scheitern eines weiteren Kompromissversuchs am Dienstagabend sind die Fronten verhärtet.
Sollte der Vorstand die Hauptversammlung anrufen, bedarf es einer dreiviertel Mehrheit der Aktionäre, um die Pläne durchzusetzen. Die größten Anteilseigner Porsche SE und Katar halten zusammen über 70 Prozent der Stimmen, während Niedersachsen 20 Prozent besitzt.
Ein erfolgreicher Beschluss im Aktionärsgremium gilt daher als unsicher. Der Machtkampf innerhalb des Konzerns könnte sich im Herbst weiter verschärfen.
