Volkswagen setzt seinen umfangreichen Umbauplan um, der auf eine erhebliche Reduzierung der Kapazitäten und Mitarbeiterzahlen abzielt. Bis zu 60.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Prüfstand, vor allem bei der Kernmarke VW sowie bei Tochterunternehmen wie Audi und Porsche.
Die Restrukturierungskosten werden auf mindestens 6,6 Milliarden Euro geschätzt. Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat den Rettungsplan einstimmig genehmigt, nachdem sich Eigentümerseite, Arbeitnehmervertretung und das Land Niedersachsen auf eine Lösung im paritätischen Gremium geeinigt hatten.
Im Rahmen des Konzepts sollen mehr als 500.000 Fahrzeuge an Produktionskapazität in Europa abgebaut werden. Besonders kritisch ist die Situation für die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm, wo ab 2031 beziehungsweise 2034 keine gesicherte Anschlussproduktion geplant ist.
Die Entscheidung über ein Fortführen dieser Standorte hängt von Kostenreduktionen bis Mitte 2027 ab. Parallel werden alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft.
Die Modellpalette soll bis 2035 um die Hälfte schrumpfen, indem weniger nachgefragte Fahrzeuge und Verbrenner vom Markt genommen werden. Gleichzeitig will VW die Komplexität seiner Fahrzeugteile um 75 Prozent senken, um Kosten zu senken.
Prognosen sprechen von einem Absatzrückgang bis 2030 auf 9 Millionen Fahrzeuge. Um eine negative Marge zu verhindern, strebt das Unternehmen eine Umsatzrendite von 9 Prozent an.
Weitere Maßnahmen umfassen eine Neugliederung der Unternehmensstruktur hin zu einer Holding mit zwei neuen Gesellschaften und einen möglichen Ausstieg der Marke Seat bis 2029. Zudem sind Anpassungen bei Boni und Beteiligungsverkäufen geplant.
Der Konzern will Investitionen und Forschungsausgaben um 50 Milliarden Euro senken.
