Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt häufen sich Appelle und Kampagnen gegen die AfD. Eine Kampagne der katholischen Kirche sowie Aufrufe von Prominenten und Parteien zielen darauf ab, Wähler von einer AfD-Stimme abzuhalten.

Gleichzeitig fordern Politiker von Grünen und SPD ein Verbot der AfD, insbesondere der völkischen Verbände. Trotz dieser Aktionen verzeichnet die AfD in Sachsen-Anhalt Umfragewerte von über 40 Prozent.

Kritisch wird angemerkt, dass die Initiativen von kleineren Gruppen ausgehen, etwa der katholischen Kirche mit etwa drei Prozent Bevölkerungsanteil oder Parteien mit zweistelligen Prozentwerten deutlich darunter. Die Methoden, die mit erhobenem Zeigefinger und Kampagnen auf Wähler einwirken, könnten bei AfD-Sympathisanten zu einer Trotzreaktion führen, auch als Reaktanz bezeichnet.

Diese besagt, dass Menschen ihre Entscheidungsfreiheit verteidigen, indem sie genau das tun, was ihnen verwehrt werden soll. Insbesondere im Osten Deutschlands, so die Einschätzung, ist diese Reaktion ausgeprägt.

Zudem wird vermutet, dass viele Bürger die mobilisierenden Aktionen als partei- oder interessengeleitete Besitzstandswahrung wahrnehmen, um bestehende Privilegien von Parteien, Kirche und Medienwesen zu sichern. Dadurch könnte die Ablehnung gegen die etablierten Kräfte wachsen und die AfD an der Wahlurne profitieren.