Der US-Politikwissenschaftler Peter Rough warnt, dass die AfD die Bedeutung Washingtons in der europäischen Sicherheitspolitik unterschätzt. Zwar weist Rough ideologische Überschneidungen zwischen der AfD und der US-MAGA-Bewegung um Donald Trump, etwa in Fragen von Migration, Nationalstaatlichkeit und Kritik am politischen Establishment, hin.

Dennoch warnt er davor, diese Gemeinsamkeiten auf eine einheitliche Außenpolitik zu übertragen. Die AfD verkenne die Gefährdung durch Russland und ignoriert laut Rough die zentrale Rolle der USA bei der Abschreckung Russlands in Europa.

Während die AfD eine stärkere nationale Souveränität fordert und sogar eine Abschiebe-Task-Force nach US-Vorbild plant, sieht Rough in der amerikanischen Führungsrolle die einzige realistische Grundlage für Europas Sicherheitsordnung. Der AfD-Wahlsieger Ulrich Siegmund hatte zuletzt bekräftigt, eine solche Task-Force einzurichten.

Trotz teilweise ähnlicher politischer Ansichten in innerstaatlichen Fragen besteht zwischen der AfD und der US-Politik dem Experten zufolge weiterhin ein fundamentaler Dissens hinsichtlich der Nato, der Rolle der USA in Europa und der Einschätzung der Russlands-Bedrohung.