In New York ist ein Strafverfahren gegen den chinesischen Technologiekonzern Huawei gestartet. Die US-Justiz beschuldigt das Unternehmen, über mehrere Jahre gezielt Geschäftsgeheimnisse und technische Innovationen von US-Konkurrenten erlangt zu haben.

Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Vorfall aus dem Jahr 2013, bei dem ein Huawei-Mitarbeiter einen Teil des Arms des Testroboters „Tappy“ des US-Unternehmens T-Mobile entwendet haben soll. „Tappy“ wird genutzt, um Smartphones automatisch zu testen und zu bedienen.

Der Diebstahl umfasste das Fotografieren und Vermessen des Roboters sowie die Weitergabe dieser Daten an Huawei-Ingenieure. Außerdem soll ein Mitarbeiter mit gefälschtem Ausweis vertrauliche Technik bei einem Konkurrenzunternehmen fotografiert haben.

Informationen über Konkurrenten soll Huawei auch über ein Belohnungssystem von eigenen Mitarbeitern beschafft haben. Die US-Behörden werfen Huawei vor, diese Praktiken systematisch verfolgt zu haben.

Deshalb kommt das sogenannte RICO-Gesetz zur Anwendung, das vor allem aus Mafia-Prozessen bekannt ist. Weitere Anklagepunkte beziehen sich auf Geschäfte mit dem Iran und die Täuschung von Banken.

Huawei weist die Vorwürfe zurück. Die Finanzchefin und stellvertretende Vorsitzende Meng Wanzhou, Tochter des Firmengründers, war 2018 wegen ähnlicher Vorwürfe in Kanada festgenommen und 2021 nach einer Vereinbarung mit den US-Behörden wieder freigelassen worden.

Das Verfahren in New York wird mit der Auswahl der Geschworenen fortgesetzt, das Strafmaß könnte erhebliche Geldstrafen und Vermögenseinträge umfassen.