Die neue PISA-Studie 2025 der OECD offenbart einen historischen Tiefstand der deutschen Schülerleistungen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Die Ergebnisse sind schlechter als jemals zuvor und übertreffen den sogenannten "PISA-Schock" von 2000.
Bundesbildungsministerin Karin Prien bezeichnet die Entwicklung als dramatisch. Die Ursachen sieht Prien in einer verzögerten Anpassung des Bildungssystems an eine zunehmend heterogene Schülerschaft.
Sie nennt Faktoren wie Zuwanderung, verändertes Elternverhalten und den exzessiven Gebrauch von Social Media. Insbesondere kritisiert sie, dass immer weniger Eltern ihren Kindern vorlesen und diese Entwicklung erheblich zum Leistungsabfall beiträgt.
Die Studie zeigt, dass in Deutschland die soziale Herkunft eine besonders große Einflussgröße auf den Bildungserfolg darstellt. Jugendliche aus sozial stärkeren Familien erzielen im Mittel 113 Punkte mehr beim Lesen als solche aus sozial schwächeren Familien – ein Abstand, der größer ist als im OECD-Durchschnitt.
Nur zwei Prozent der benachteiligten Jugendlichen erreichen die höchste Leistungsstufe, während es bei den privilegierten rund 25 Prozent sind. Als Gegenmaßnahmen fordert Prien verstärkte Investitionen in frühkindliche Bildung und betont, dass die Priorität für einige Jahre auf Grundschulen und Kitas liegen müsse, da in weiterführenden Schulen oftmals nur noch Reparaturarbeit geleistet werden kann.
Finanzielle Mittel sind jedoch begrenzt, da die Haushaltslage angespannt ist. Geplant ist, Kinder früher auf Sprach- und Entwicklungsprobleme zu testen und sie bei Bedarf bereits vor der Einschulung zu fördern.
Zudem soll das Startchancen-Programm, das insgesamt 20 Milliarden Euro über zehn Jahre umfasst, Schulen in sozial benachteiligten Regionen finanziell unterstützen und die Fähigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen stärken.
