Technik, Mode, Medizin: So gefährlich ist der Huthi-Schock für ihren Geldbeutel Huthi-Kämpfer bei ihrer Offensive auf die jemenitische Küste Sanaa – Hand aufs Herz: Hatten Sie bis 2026 schon einmal von Bab al-Mandab gehört? Mehr als 5000 Kilometer Luftlinie und wohl ganze Welten trennen Deutschland von dieser unscheinbaren Meerenge am Horn von Afrika.

Doch die Folgen der jüngsten Huthi-Eroberungen im Jemen könnten schon bald direkt vor Ihrer Haustür landen: Bei Schuhen, T-Shirts, Technik und sogar Medikamenten droht ein heftiger Preis-Schock! Um zu verstehen, was jetzt passiert, braucht es einen Blick zurück: Im Jemen tobt seit vielen Jahren ein blutiger Bürgerkrieg.

Auf der einen Seite stehen die schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Auf der anderen die sunnitisch geprägte Zentralregierung.

Sie bekommt seit 2015 massive Luftunterstützung durch Saudi-Arabien. Doch obwohl bereits Hunderttausende Menschen im Krieg ihr Leben verloren, gab es ein militärisches Patt!

Videos der jüngsten Eroberungen verbreiteten die Huthis über ihre eigenen Kanäle

Die Huthis hielten ein Gebiet rund um die Hauptstadt Sanaa, die Zentralregierung hielt die meisten übrigen Regionen. Ausgerechnet der Iran-Krieg brachte nun Bewegung in die festgefahrenen Fronten.

Denn die Huthis nahmen sich jetzt den verbündeten Iran zum Vorbild: Das Mullah-Regime hatte die USA zuvor mit einer Blockade der Straße von Hormus monatelang unter Druck gesetzt. Also starteten die Huthis einen Großangriff auf die jemenitische Küste – und hatten damit Erfolg!

Inzwischen kontrollieren sie strategisch wichtige Inseln und weite Teile der Meerenge Bab al-Mandab. Am Montagmorgen mussten Vertreter der Zentralregierung zugeben, dass die Huthis neben Majun (Perim) jetzt auch die zentral gelegenen Hanisch-Inseln kontrollieren.

Obwohl durch Bab al-Mandab „nur“ rund zehn Prozent des weltweiten Öl- und Gas-Handels laufen (durch die Straße von Hormus sind es jeweils etwa 20 Prozent), bekam Deutschland die Folgen bereits an der Zapfsäule zu spüren. Der Sprit-Preis knallte rauf!

Der eigentliche Schock könnte aber erst noch bevorstehen: Sollten die Huthis ihre neue Macht für Blockaden, Abgaben oder weitere Angriffe auf Handelsschiffe nutzen, könnten die Preise zahlreicher Alltagsprodukte explodieren. Darunter Elektronik, Billigmode (Shein, Temu etc.) und auch Medikamente wie Antibiotika.

Rund 80 Prozent der in Deutschland genutzten Arzneimittelwirkstoffe stammen aus Asien (Symbolfoto)

Denn Bab al-Mandab ist auch für den Welthandel abseits von Energie extrem wichtig. Zwölf bis 15 Prozent aller (!) Waren müssen durch die Meerenge – vor allem auf dem Weg von Asien nach Europa.

Die einzige alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung ist deutlich länger, dadurch auch deutlich teurer und ebenfalls alles andere als sicher – sie führt durch die von Piraten bedrohten Gewässer vor der Küste Somalias. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?

Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.