Kommentar: Es geht um die Alltagssorgen Die Angst vor Wohlstandsverlust und steigenden Kosten prägt den Alltag vieler Bürger Nach Sachsen-Anhalt ist viel von einem „Rechtsruck“ die Rede. Sind die Deutschen wirklich nach rechts gerückt?

Ich glaube das nicht. Klar: Eine in Teilen rechtsextreme Partei gewinnt Wahlen, führt bundesweit in allen Umfragen.

Das lässt sich aber nicht damit erklären, dass eine Mehrheit im Land so radikal denken würde wie die AfD: Verständnis für Putins Krieg? Fremden- oder Judenfeindlichkeit?

Unterstützung für „Raus aus dem Euro“? Das ist bei uns zum Glück nicht Mehrheits-Meinung.

Warum sind die Radikalen dann so erfolgreich? Es hat ein Themen-Ruck stattgefunden: Wenn die Bedrohungslage zunimmt, die Migration vielen Angst macht, die Wirtschaft stagniert und der Wohlstand in Gefahr scheint, stehen die Sorgen um Klima, globale Entwicklung und Gleichberechtigung nicht mehr ganz oben.

Dann geht es den meisten Menschen um Sicherheit, einen festen Job, eine bezahlbare Wohnung – es geht um ihre Existenz, ihre Zukunft. Diese Alltagssorgen, diese gefühlte Ohnmacht vieler Bürger, müssen sich die Parteien, die uns regieren, endlich zu Herzen nehmen, wenn sie den Erfolg der Radikalen stoppen wollen.

Nur ein Beispiel: die verkorkste Steuerreform. Ich finde: Wenn der Finanzminister allein in diesem Jahr mehr als 200 Milliarden Euro neue Schulden aufnimmt, muss davon auch den normalen Arbeitnehmern direkt und spürbar (!) etwas zugutekommen.

Dafür braucht es keinen Rechts- oder Linksruck, sondern mehr gesunden Menschenverstand. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?

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