Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder widersprach nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ausdrücklich der Forderung seines nordrhein-westfälischen Amtskollegen Hendrik Wüst, ein Verbot der AfD zu prüfen. Söder betonte, ein Verbot nach einem klaren demokratischen Wahlergebnis sei „die maximal falsche Konsequenz“ und politisch nicht zielführend.
Er unterstrich die Notwendigkeit, sich mit den inhaltlichen Schwächen der AfD auseinanderzusetzen, statt diese grundlegend zu stigmatisieren. Zudem zeigte sich Söder skeptisch gegenüber schnellen Verboten und äußerte politischen Pragmatismus: Die AfD könne nun beweisen, ob sie ihre politischen Versprechen umsetzen kann.
Auch in der CDU gibt es ähnliche Skepsis gegenüber Wüsts Vorschlag; Hessens Ministerpräsident Boris Rhein plädierte für eine politische Schwächung der AfD statt eines Verbots. Söder machte klar, dass er trotz grundsätzlicher Ablehnung der AfD-Denke Höflichkeit gegenüber deren Vertretern wahre, betonte aber zugleich klare Grenzen bei extremen Äußerungen.
Er warnte vor einem erneuten Scheitern des bisherigen Konzepts, nur eine „Brandmauer“ gegen die AfD zu errichten, und forderte mehr politische Auseinandersetzung inhaltlicher Art.
