In einem Seniorenheim in Dessau steht ein möglicher Wahlbetrug im Raum. Eine 95-jährige dement lebende Bewohnerin soll per Briefwahl abgestimmt haben, ohne dass ihr bevollmächtigter Neffe davon informiert wurde.

Der 74-Jährige entdeckte, dass Wahlunterlagen seiner Tante eingereicht wurden, obwohl er weder Antrag noch Wahl mit ihr besprochen hatte. Auf Nachfrage wurde ihm mitgeteilt, dass die Wahlunterlagen wegen Zeitmangels eingesammelt und sogar geschreddert worden seien.

Weiterhin bestätigte die Stadt, dass ein Antrag auf Briefwahl am 10. August gestellt wurde – mit einer Unterschrift, die seiner Tante zugeschrieben wird.

Die genauen Wahlentscheidungen wurden aus Datenschutzgründen nicht preisgegeben. Der Neffe erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Ein Sprecher des Heims äußerte sich nicht zu dem Vorfall. Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bezeichnete die Angelegenheit als "riesengroßen Skandal" und forderte dazu auf, ähnliche Fälle zu melden.