Die Produktionsstätte für Angriffsdrohnen in Jelabuga, Russland, wurde in den letzten Monaten erheblich ausgebaut. Satellitenbilder belegen, dass das Gelände in Tatarstan inzwischen über 1000 Hektar umfasst und weitere Fabrikgebäude, Lager und Verkehrswege entstehen.

Die Anlage produziert Drohnen der Geran-Serie, die auf iranischen Shahed-Modellen basieren und regelmäßig im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden. Nach Analysen eines US-Thinktanks werden monatlich über 5500 dieser Drohnen gefertigt, während die russischen Behörden planen, die Produktion im August auf 11.000 Exemplare zu steigern.

Um der Massenproduktion gerecht zu werden, werden verstärkt junge Arbeiter ausgebildet, unter anderem durch das örtliche Polytechnikum. Zudem rekrutiert Jelabuga Arbeitskräfte aus den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten sowie aus dem Ausland – oft unter dem Vorwand eines Studiums, tatsächlich jedoch zur Arbeit in der Fabrik.

Aufgrund dieser Praktiken wurden im Mai bereits einzelne Personen und Organisationen mit Sanktionen belegt. Zur Verteidigung der Anlage gegen ukrainische Drohnenangriffe errichtete Russland zwei Schutzringe mit Türmen und möglicherweise Metallnetzen, wie eine Auswertung von Satellitenaufnahmen durch das Institute for Science and International Security zeigt.

Ergänzt wird die Sicherung durch mehrere Luftabwehrstellungen rund um Jelabuga. Der Ausbau und die Sicherung der Fabrik ermöglichen eine kontinuierliche Produktion, was direkte Auswirkungen auf den Krieg hat: Erst kürzlich verursachten russische Geran-Drohnen in Kiew Schäden an einer Universität, einem Wohnhaus und einer medizinischen Einrichtung, wobei mehrere Personen verletzt wurden.