Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag mit einer Drohne auf den Flughafen Leipzig/Halle hat die deutsche Regierung offiziell Russland als Verantwortlichen benannt. Die Ermittlungen identifizierten zwei Verdächtige, einen russisch-lettischen Staatsbürger und einen Mann aus Belarus mit russischem Pass.

Mindestens vier Personen sollen an dem Anschlagsversuch beteiligt sein. In Reaktion darauf wurde der deutsche Generalkonsul für Sibirien und Fernost, Bernd Finke, in Moskau ins Außenministerium einbestellt.

Die Stimmung zwischen beiden Ländern verschärfte sich weiter: Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew drohte mit militärischer Vergeltung gegen deutsche Rüstungsproduzenten. Gleichzeitig bleibt es bei internationalen Spannungen: Russland schloss niederländische Goethe-Institut-Niederlassungen und Norwegen beschlagnahmte ein russisches Kreuzfahrtschiff, um russische Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit der Krim-Annektion durchzusetzen.

Innen- und Außenminister hatten die öffentliche Zuschreibung Russlands zu dem Anschlag bislang wegen der laufenden Ermittlungen sowie möglicher Gegenreaktionen Moskaus verzögert, während Bundeskanzler Merz um eine klare Benennung des Urhebers drängte. Der ukrainische Präsident Selenskyj lobte die deutschen Sanktionen gegen Russland und bot Unterstützung bei der Drohnenabwehr an.

Parallel beobachten finnische Behörden eine Drohne vor ihrer Küste, deren Herkunft unklar ist. In Deutschland fordern politische Stimmen wie der Heeresinspekteur Christian Freuding eine schnellere militärische Stärkung zur Abschreckung möglicher Angriffsszenarien.

Am Donnerstag steht ein Treffen der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens in Weimar an, um vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse über europäische Sicherheit und hybride Bedrohungen durch Russland zu beraten.