Vier Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Markus Lanz die Berichterstattung über Ostdeutschland scharf kritisiert. Er beklagte, dass Medien oftmals auf klischeehafte Darstellungen zurückgreifen, die Menschen pauschal als ungebildet oder extrem einstufen.

Lanz verglich die Situation mit den USA, wo Fernsehteams einfache Wähler vorführen und diese durch suggestive Fragestellungen zu sprachlich unbeholfenen, oft radikalen Aussagen verleitet werden. Dadurch entstehe ein verzerrtes Bild, das viele Menschen im Osten empfindlich verletze.

Er wies darauf hin, dass die Medien aufpassen müssten, nicht das gesamte ostdeutsche Publikum als homogenen rechten Raum darzustellen. Auch die Autorin Sabine Rennefanz kritisierte, dass Journalisten häufig mit der Absicht reisen, AfD-Politiker zu entlarven, was ihrer Meinung nach den konstruktiven Dialog erschwere.

Der Axel-Springer-Reporter Marc Felix Serrao ergänzte, dass dieser Stil der Berichterstattung dazu führe, dass Betroffene sich verschließen und nicht mehr offen für Gespräche seien. In der Diskussion wurde zudem ein vermeintlich elitäres Auftreten mancher Journalisten gegenüber AfD-Wählern bemängelt.

Insgesamt plädierten die Teilnehmer für mehr Sensibilität und Realismus in der medialen Darstellung des Ostens.