Nach Jahren der wirtschaftlichen Schwäche zeigt die deutsche Wirtschaft deutliche Anzeichen einer Erholung. Das Ifo-Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2026 von 0,8 auf 1,4 Prozent erhöht.

Besonders die Industrie erholt sich, nachdem sie zuvor von Energiekosten, schwacher Nachfrage und internationalem Wettbewerb belastet war. Die Industrie könnte laut Ifo in diesem Jahr sogar um 1,8 Prozent wachsen.

Zu den treibenden Kräften gehören höhere staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie eine bessere Geschäftsentwicklung im Ausland. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Prognose mehr als verdoppelt, auf 1,2 Prozent Wachstum.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel erwartet ein Plus von rund 1 Prozent. Die aktuellen Daten bestätigen die Trendwende: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal um 0,4 Prozent und im zweiten um 0,3 Prozent.

Nach zwei Rezessionsjahren und lediglich 0,2 Prozent Wachstum 2023 ist dies ein positives Signal. Dennoch warnt das DIW vor einer fragilen Erholung, mit begrenztem Rückgang der Arbeitslosigkeit und einer Inflation von rund 2,8 Prozent.

Insgesamt ergeben sich damit erstmals wieder klare Hinweise darauf, dass die deutsche Wirtschaft nach langer Krise auf einen stabileren Wachstumspfad einschwenken könnte.