Spitzen-Duell in Meck-Pomm: Schwesig plötzlich hart bei Migration, Holm will Nord Stream Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) und AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm (56) im NDR Schwerin – Vier Tage vor der vielleicht spannendsten Landtagswahl seit Jahren wurde im NDR-Studio noch einmal klar, worum es am Sonntag wirklich geht: Kann SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die spektakuläre Aufholjagd ihrer Partei vollenden oder rettet AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm seinen lange komfortablen Vorsprung ins Ziel? Im letzten großen TV-Duell vor der Wahl lieferten sich beide einen teils erbitterten Schlagabtausch.
Überraschend dabei: Ausgerechnet Schwesig setzte beim AfD-Reizthema Migration auf einen deutlich härteren Ton als viele Genossen in Berlin. „Menschen ohne Bleiberecht müssen gehen“, sagte die Ministerpräsidentin.
Für Straftäter gelte das „erst recht“. Eine klare Botschaft an Wähler, die sich in den vergangenen Jahren mehr Konsequenz bei Abschiebungen gewünscht haben.
Der Satz kann kein Zufall sein. Denn die SPD kämpft im Nordosten um jeden Prozentpunkt.
Schwesig erteilt Berlin-Spekulationen klare Absage
Als nach möglichen Ambitionen in der Bundespolitik gefragt wurde, erteilte sie allen Spekulationen eine klare Absage: „Für mich galt immer in all den Jahren und auch in Zukunft: Ich vertrete die Interessen der Menschen hier.“ Und sie legte nach: „Wer beide Stimmen der SPD gibt, bekommt auch Schwesig.“ Auf die Frage, ob sie damit Politikern aus Berlin ein Stoppschild setze, antwortete Schwesig kühl: „Ich bin Ministerpräsidentin dieses Landes und das möchte ich gerne bleiben, um die Arbeit in meiner Heimat und für die Menschen fortzusetzen.“
AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (56)
Der Hintergrund ist offensichtlich: Während die Bundes-SPD schwächelt (aktuell bundesweit bei 12,5 Prozent laut INSA für BILD), hat Schwesig ihre Partei in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Wochen wieder nah an die Umfragewerte der AfD gebracht. Noch vor wenigen Monaten schienen die Rechtsaußen nahezu uneinholbar.
Inzwischen steht Schwesigs SPD bei 35 Prozent (AfD: 37 Prozent). Im Endspurt setzt sie deshalb konsequent auf den Amtsbonus und die Distanz zum Bundestrend.
Als Schwesig erneut den AfD-Kandidaten Sascha Gläser, einen verurteilten Bankräuber in AfD-Reihen, ansprach, konterte Holm scharf: „Sie machen mit Angst Wahlkampf!“ Das sei „unredlich“. Auch bei Energie und Nord Stream ging Holm in die Offensive.
Nach einem Ende des Krieges solle die Pipeline nach Russland wieder genutzt werden. Beim NDR sorgte er ebenfalls für Streit.
Der Sender würde zu oft „desinformieren“, sagte Holm. Moderator Thilo Tautz (52) reagierte sofort: „Das kann ich nicht stehen lassen!“
Schon zu Beginn setzten beide Kandidaten auf Symbolik.
Holm brachte ein Foto des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow mit und machte Bildung zu einem seiner Kernthemen. Schwesig zeigte ein Familienfoto.
Ihr sei wichtig, „mit den Menschen im Gespräch zu sein und zu bleiben“. Sie stehe für „Zusammenhalt, Respekt und gutes Miteinander“.
Danach entwickelte sich ein Duell, in dem beide immer wieder ihre zentralen Wahlkampf-Themen abspulten. Schwesig setzte auf Amtsbonus, Nähe zu den Menschen und die Abgrenzung von Berlin.
Holm auf Migration, Energie und den Wunsch nach einem politischen Wechsel. Alle Highlights des TV-Duells in Schwerin sowie der Spitzenkandidaten in Berlin sehen Sie auf BILD.de im Wahl-Ticker.
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