TV-Duell mit Berliner Spitzenkandidaten: BSW-Politiker provoziert mit Anti-Israel-Anstecker Michael Lüders (BSW) provozierte mit Melonensticker Berlin – Dieser Sechskampf in Berlin kennt am Ende drei Gewinner: den Wahlsieger mit dem größten Vorsprung plus Grüne und SPD – sie werden demnächst für eine Dreier-Koalition gebraucht. Um die Pole-Position ringen in der RBB-Wahlarena CDU-Last-Minute-Kandidat Stefan Evers (46) und Elif Eralp (45), eine Linke mit türkischen Wurzeln.
Der größte Eklat wird erst mitten in der Sendung ein Thema. Ein Wassermelonen-Anstecker von BSW-Mann Michael Lüders (67) hat im Netz eine Debatte ausgelöst.
Der Pin ist Symbol der Palästina-Bewegung und demonstratives Zeichen gegen Israel, das arabisch eingefärbt ist. Besonders krass: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) führt dieses Motiv seit 2026 als Symbol/Erkennungszeichen, das im Zusammenhang mit propalästinensischem Extremismus verwendet wird.
Moderator Sascha Hingst (54) hakt nach. Der BSW-Mann antwortet zunächst nur höhnisch: „Ich mag Wassermelonen, esse die wirklich sehr sehr gerne...“
Evers: Eralp fehlt der Durchgriff bei Linken
Eralp fordert zwar mehr Schutz für jüdische Menschen in Berlin, schwenkt aber auch schnell um auf muslimische Frauen mit Kopftuch, die auch Angst haben müssten.
Gelegenheit, einer Zuschauerin nach dem Rapper zu fragen, der auf einer Linken-Veranstaltung Israelis den Tod gewünscht hat. Eralp behauptet, ihre Partei stehe voll hinter dem Existenzrecht Israels.
Evers platzt die Hutschnur: „Das ist verdammt schwer zu ertragen. Wir sind in Berlin, der Stadt, aus der heraus der Holocaust organisiert wurde.“ Er glaube Eralp zwar, dass sie keine antisemitische Einstellung habe: „Aber Sie haben in Ihrer Partei ganz offensichtlich nicht den nötigen Durchgriff – es war ein Ereignis unter vielen.
Judenhass ist Menschenhass.“
Die Kontrahenten (v..): Stefan Evers (CDU), Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Grüne), Elif Eralp (Linke), Kirsten Brinker (AfD), Michael Lüders (BSW)
Ebenso hitzig diskutiert: Enteignungen der Bestände von Groß-Vermietern. Drei in der Runde sind dafür: Die Linke Eralp, die ab dem ersten Tag als Regierende Bürgermeisterin dafür arbeiten will.
Der Grüne Graf, der zudem leerstehende Büros umbauen will und der BSW-Vertreter. SPD-Krach will lieber eine Mietenpolizei gegen Zu-Teuer-Wohnungen losschicken und hofft auf grünes Licht vom Bund für einen Mietendeckel.
Evers hält die fälligen Entschädigungen in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro „für unverantwortlich“ – ganz im Sinne seines Wahlplakat-Slogans „Einer muss vernünftig sein“. Die größten Spannungen?
Eindeutig zwischen Krach und Eralp – Beziehungsstatus gestört. Der SPDler: „Sie sind der Friedrich Merz des Berliner Wahlkampfs.
Sie versprechen allen alles.“ Klingt nicht nach Koalition nach der Wahl. AfD-Frontfrau Kirsten Brinker (54) ist zahm wie ein Lamm, muskelt überhaupt nicht auf.
Ihre Idee einer Magnetschwebebahn ist ein Annäherungsversuch an die CDU – hat sie geklaut. Um diesen Schreibtisch des Regierenden Bürgermeisters im Roten Rathaus geht es: 2023 übernahm ihn Kai Wegner (54, CDU) von Vorgängerin Franziska Giffey (48, SPD) nach einem furiosen Wahlsieg mit 28,4 Prozent.
Nach seiner Blackout-Lüge und stark gefallenen Umfragewerten zog Wegner seine Spitzenkandidatur zurück
Und welche Koalition bahnt sich nach Sonntag an? AfD-Frau Brinker hofft vergeblich auf jemanden, der „Berlin im Herzen“ trägt.
Die Linke findet die meisten Schnittmengen bei den Grünen – und Graf ist umgekehrt auch für eine „progressive Regierung“. Auch SPD-Krach will mit den Grünen – ob außerdem mit CDU oder Linke lässt er offen: „Das schauen wir uns dann nach dem Sonntagabend an.“
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