Norwegische Behörden haben das russische Kreuzfahrtschiff „Professor Moltschanow“ in der Arktis auf Spitzbergen beschlagnahmt. Diese Aktion erfolgte auf Grundlage eines norwegischen Gerichtsbeschlusses und wurde auf Antrag des ukrainischen Staatskonzerns Naftogaz durchgeführt.
Die Maßnahme soll die Durchsetzung eines internationalen Schiedsspruchs unterstützen, der Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar an Naftogaz verpflichtet. Diese Summe steht im Zusammenhang mit beschlagnahmten Vermögenswerten auf der seit 2014 annektierten Krim-Halbinsel.
Russland hat den Schiedsspruch bislang nicht anerkannt oder erfüllt. Der Naftogaz-Vorstandsvorsitzende Serhiy Fedorenko bezeichnete die Beschlagnahme als bedeutenden Schritt zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit und kündigte an, den weltweiten Kampf um Entschädigungszahlungen fortsetzen zu wollen.
Das betroffene Schiff lag vor der russischen Siedlung Barentsburg, die auf dem archipelartigen Gebiet Spitzbergen liegt, welches eine strategisch wichtige Lage zwischen Norwegen und dem Nordpol einnimmt.
