Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Hannover-Langenhagen offen seine Unzufriedenheit mit den derzeitigen Umfragewerten und der Kritik an seiner Politik. Er betonte, dass die Ampelregierung zuvor „zerstritten“ war und ein Regierungswechsel nötig wurde, aber die CDU aktuell nicht die nötige Zustimmung erhält, um langfristig das Land zu führen.
Merz forderte eine selbstkritische gemeinsame Entwicklung von Lösungen. Er kritisierte zudem die SPD und beklagte, dass seine Regierung nicht „CDU pur“ liefern könne.
Im Zusammenhang mit der Sicherheitslage erwähnte er die „Zeitenwende“ durch die Bedrohungen, die unter anderem Russland ausübt. Merz stellte klar, dass die CDU Kurs halten müsse gegen Gefahren für Deutschlands Demokratie und Staatsgebiet.
In seiner Rede legte Merz eigenen Aussagen zufolge den Fokus auf das breite Fundament der Partei in den Ländern und Kommunen und rief die Kandidaten bei den bevorstehenden Kommunalwahlen dazu auf, die Partei vor Ort zu stärken. Angesichts demonstrierender Gegner verließ er den Veranstaltungsort durch den Hintereingang.
Scharfe Kritik übte Merz an der AfD und ihrem Landeschef in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, und verurteilte den „völkischen Nationalismus“ der Partei. Er sprach sich deutlich gegen eine Rückkehr zu solchen Einstellungen aus.
In Sachsen-Anhalt ist die AfD in Umfragen vor der CDU positioniert, dort verzichtete Merz bisher auf öffentliche Wahlkampfauftritte. Zum Abschluss kündigte Merz an, dass die CDU nach den Landtagswahlen ihr politisches Programm weiterentwickeln will, mit dem Ziel, ein neues Leitbild „Wohlstand für alle Generationen“ zu etablieren.
