Harald Martenstein, Kolumnist, hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem offenen Brief aufgefordert, ihre früher häufig verwendete Bezeichnung „alternativlos“ zu überdenken. Martenstein verweist darauf, dass Demokratie nur dann lebendig ist, wenn auch das Recht auf Opposition und alternative Meinungen garantiert ist.

Er argumentiert, dass ohne echte Alternativen der Begriff der Demokratie an Bedeutung verliert. Außerdem spricht er die Entstehung und den Erfolg der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Kontext der politischen Atmosphäre an, die durch das Wort „alternativlos“ mitgeprägt worden sei.

Martenstein plädiert dafür, den Wert der Demokratie vor allem darin zu sehen, dass man ohne Mut seine Meinung sagen und auch Nein sagen darf, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Er erinnert außerdem an Merkels Erfahrung in der DDR, die von eingeschränkter Meinungsfreiheit geprägt war, und betont, dass in einer Demokratie gerade diese Freiheit grundlegend sein muss.

Abschließend fordert er von Merkel eine Stellungnahme zum Begriff „alternativlos“ und wie sie heute zu diesem Begriff steht. Der Brief wurde als Kolumne öffentlich veröffentlicht und lädt Leser ein, ihre Meinung dazu einzusenden.