Discounter schockt die Autobranche: Lidl lässt jetzt fahrerlose E-Lkw fahren Lidl und Einride bringen E-Lkw mit autonomer Fahrfunktion auf öffentliche Straßen Edermünde – Ausgerechnet Lidl bringt den ersten fahrerlosen Lkw in Deutschland auf die Straße! Kein Fahrer, keine Fahrerkabine, nicht mal ein Sicherheitsmann an Bord: Der Discounter-Riese setzt erstmals in der Bundesrepublik einen autonomen Elektro-Lkw im Alltag ein.

In Edermünde bei Kassel rollt jetzt ein fahrerloser Elektro-Lastwagen über öffentliche Straßen. Das Besondere: An Bord sitzt weder ein Fahrer noch jemand, der ihn überwacht.

Der Lkw kann seine Strecke vollständig selbstständig fahren und braucht dabei keinen Menschen am Steuer. Die Genehmigung dafür kommt vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

Es ist laut Unternehmen die erste Genehmigung dieser Art in Deutschland. Der Lkw pendelt zwischen einem Lidl-Verteilzentrum und einer Filiale, bis zu dreimal täglich soll er Waren ausfahren.

Zunächst läuft das Projekt als viermonatiger Test. Lidl arbeitet dafür mit dem schwedischen Technologieunternehmen Einride zusammen.

Der Lkw hat keine klassische Fahrerkabine und soll perspektivisch auch mehrere Stationen auf einer Route selbstständig anfahren. Für Auto-Experte Prof.

Ferdinand Dudenhöffer (75) ist das ein Paukenschlag. „Größer könnte die Ernüchterung für die deutsche Nutzfahrzeug-Industrie nicht sein“, sagt er zu BILD.

Denn: Nicht einer der großen deutschen Lkw-Bauer wie MAN oder Daimler Truck treibt diese Innovation voran, sondern ausgerechnet ein Discounter. „Das ist Innovation, von der wir in der Vergangenheit nur geträumt haben.“ Und das „nicht als Zukunfts- oder Forschungsprojekt, sondern als fahrenden Lkw auf der Straße“, so Dudenhöffer.

Die Schwarz-Gruppe hinter Lidl und Kaufland aus Heilbronn verwandle die Region in ein deutsches Silicon Valley, sagt er. Dort werde an Künstlicher Intelligenz gearbeitet, zudem verfüge der Konzern über moderne Rechenzentren.

Dudenhöffer: „Eine Supermarktkette, die Schwarz-Gruppe, ist der große Innovator in Deutschland. Wer hätte das gedacht?“

Für den flächendeckenden Einsatz fehlt es allerdings noch an der nötigen Infrastruktur.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller (59) forderte auf der IAA mehr Tempo beim Ausbau leistungsfähiger Ladesäulen. Gleichzeitig wächst der Druck aus China: Der Hersteller BYD will bereits im kommenden Jahr seinen ersten Schwerlaster in Europa auf den Markt bringen und langfristig auch hier produzieren.

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