In der spanischen Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko hält die Flüchtlingskrise nach einem Massenansturm von bis zu 80.000 Menschen weiterhin an. Aktuell sollen noch etwa 10.000 Migranten in der Stadt verbleiben, obwohl offizielle Zahlen fehlen.
Die Polizei reagiert mit der Räumung überfüllter Aufnahmelager und verweist die Menschen in Richtung Stadtzentrum. Die Bedingungen vor Ort sind schwierig: Überall liegen Matratzen und Abfall, der Geruch wird von Bewohnern als unerträglich beschrieben.
Die Bevölkerung ist tief verärgert und protestiert regelmäßig gegen die Zustände und die Politik der Zentralregierung, die als unzureichend wahrgenommen wird. Während neue Lager entstehen und unterschiedliche Gruppen wie Frauen, Kinder und Minderjährige umgesiedelt werden, bleiben viele Migranten in provisorischen Unterkünften am Straßenrand und am Strand.
Hilfsorganisationen wie die deutsche NGO Mission Lifeline verteilen Lebensmittel und bieten medizinische Versorgung an, sehen sich aber auch Angriffen und Feindseligkeiten ausgesetzt. Die Debatte um den Umgang mit den Migranten ist gespalten: Einigkeit besteht zwar darin, dass die Menschen Ceuta verlassen sollen, jedoch ist unklar, wie und wohin dies geschehen soll.
Marokko zeigt sich zurückhaltend bei Rückführungen, und die spanische Regierung betont, die Krise mit Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und Würde lösen zu wollen. Die Lage ist zusätzlich belastet durch Berichte über gestiegene Kriminalität und mehrere sexuelle Übergriffe durch Migranten, was die Spannungen in der Stadt weiter verschärft.
Lokale Geschäftsleute reagieren mit Boykotten, und die Bevölkerung verlangt eine klare Lösung der anhaltenden Flüchtlingssituation.
