Abgeschossene Drohne über Litauen: Kampfmittelräumer finden Sprengsatz Litauische Soldaten sichern das Gebiet ab, in dem die Drohne abgeschossen wurde. Kampfmittelräumer fanden einen Sprengsatz Vilnius/Uedem – Die Gefahr war größer als bislang bekannt: Die in der Nacht zum Dienstag über Litauen abgeschossene Drohne hatte einen Sprengsatz an Bord!

Kampfmittelräumer fanden nach Angaben des litauischen Verteidigungsministers Robertas Kaunas (41) in den Trümmern eine Sprengladung und machten sie unschädlich. Details zu Art und Umfang halten die Behörden bislang unter Verschluss.

Italienische Eurofighter fingen Drohne ab

Abgeschossen wurde die Drohne von zwei italienischen Eurofightern. Die Jets stiegen in der Nacht vom Nato-Stützpunkt Šiauliai auf und fingen das Flugobjekt nahe der Ortschaft Pratkūnai ab.

Nach italienischen Medienberichten vergingen vom Alarm bis zum Abschuss nur rund 20 Minuten. Die Jets sind im Rahmen der Nato-Mission „Baltic Air Policing“ (Sicherung des baltischen Luftraums) in Litauen stationiert.

Nato-Partner übernehmen dort im Wechsel die Überwachung des Luftraums, weil die baltischen Staaten keine eigenen Kampfjets besitzen. Die gesamte Operation koordinierte das Luftoperationszentrum der Nato in Uedem am Niederrhein.

Von dort wird der gesamte Luftraum im Norden Europas überwacht. Italienische Eurofighter sind derzeit in Litauen stationiert und sichern den Luftraum des Nato-Partners

Erneut führt die Spur nach Russland.

Laut einer von der Nachrichtenagentur Reuters zitierten ukrainischen Militärquelle weisen die Trümmer Merkmale einer Geran-2 auf. Dabei handelt es sich um die von Russland eingesetzte Version der iranischen Shahed-Drohne.

Auch Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) sprach von einer wahrscheinlich russischen Bedrohung. Sicher ist bislang aber nur, dass das Flugobjekt aus Richtung Belarus kam.

Offiziell bestätigt ist eine russische Herkunft bislang nicht. Litauens Verteidigungsminister verweist auf die laufenden Untersuchungen der Trümmer.

War es eine Botschaft an Minister aus Italien? Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden vor einem Besuch von Verteidigungsminister Guido Crosetto in Litauen.

Italienische Medien spekulieren deshalb, ob die Drohne eine gezielte Botschaft an die Nato oder sogar an den Minister gewesen sein könnte. Der besuchte noch am Dienstag die italienischen Soldaten in Šiauliai.

Crosetto verwies darauf, dass seine Reise an die Nato-Ostflanke bereits lange geplant war. Für die italienischen Piloten war es bereits der zweite Drohnen-Abschuss binnen eines Monats.

Schon Mitte August hatten ihre Eurofighter über Lettland ein ähnliches Flugobjekt zerstört. Für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) ist der Vorfall in Litauen kein Einzelfall.

Auch der fast zeitgleiche Zwischenfall mit einer russischen Fregatte vor Dänemark passe in ein Muster russischer Provokationen gegen Europa. Ihre Warnung an Moskau und Machthaber Wladimir Putin (74): „Russland wird feststellen, dass unsere Entschlossenheit nur stärker wird.“

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