Stimmt das?: Merz: Deutsche Geheimdienste „auf Augenhöhe“ mit Mossad Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) Berlin – CIA, MI6 und Mossad liefern den Stoff für Agenten-Krimis auf Netflix und co, während der deutsche Bundesnachrichtendienst eher im Ruf einer schläfrigen Behörde steht. Stimmt das vielleicht gar nicht mehr?
Das meint zumindest Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) – und sorgt für mit einem Satz für Verwunderung! Die deutschen Geheimdienste seien inzwischen so stark, dass sie „auf Augenhöhe“ mit dem britischen MI5 und dem legendären israelischen Mossad arbeiteten.
Er sehe enorme Fortschritte in der Leistungsfähigkeit der deutschen Geheimdienste, sagte er bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Man sei für die Nachrichtendienste der Welt „so attraktiv wie nie zuvor“.
Weiter: „Die kommen zu uns und fragen, was ist hier und was können wir zusammen machen.“
Deutsche Dienste so stark wie Mossad und Co.? Die Merz-Aussagen sind – vorsichtig formuliert – überraschend!
Denn immer wieder waren es zuletzt die Amerikaner, Israelis oder andere Partner, die deutsche Behörden auf geplante Terroranschläge in Deutschland, ausländische Spione oder Saboteure aufmerksam machten. So abhängig sind wir von befreundeten Diensten
Zuletzt führten z.
B. auch Hinweise anderer Dienste zur Festnahme von zwei russischen Wegwerfagenten, die in Deutschland einen Anschlag auf einen Rüstungsstandort geplant haben sollen.
Und 2022 wurde ausgerechnet Deutschlands damals oberster Spion, BND-Chef Bruno Kahl (64), vom Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine überrascht – während er in Kiew war. Ein Umstand, der damals Fragen zur Lageeinschätzung deutscher Dienste aufwarf.
Die Spionagebehörden, mit denen der Bundeskanzler unsere Agenten „auf Augenhöhe“ sieht, sorgen dagegen immer wieder für kühne Geheimoperationen auf Feindesterritorium – vor allem der von Merz genannte Mossad. Bei der israelischen Geheimoperation im September 2024 wurden Hunderte Hisbollah-Kämpfer verletzt
Könnten deutsche Agenten die Pager-Attacke durchziehen?
Nur ein paar Beispiele: Im September 2024 beeindruckten israelische Agenten die anderen Dienste weltweit, als präparierte Pager in die Lieferketten der Hisbollah eingeschleust wurden. Die Geräte detonierten nahezu zeitgleich, setzten Tasuende Mitglieder der Terror-Miliz außer Gefecht (meist durch Verletzungen an Augen oder Intimbereich, noch bevor sie zu ihren Waffen greifen konnten.
2018 drangen Mossad-Agenten in ein Lagerhaus in Teheran ein und brachten tonnenweise Akten zum iranischen Atomprogramm außer Landes. Zu Beginn des Iran-Kriegs 2026 starteten Mossad-Agenten sogar Drohnen von Feindesboden aus und kannten den Standort zahlreicher Top-Führungskräfte des Mullah-Regimes (inklusive des Ober-Mullahs), weil sie sich in die Kameras zur Verkehrsüberwachung von Teheran eingehackt hatten.
Da wollte Merz nicht hintanstehen und erwähnte bei seiner Rede eine Episode vor einem halben Jahr, in der deutsche Dienste gegen ein „großes Netzwerk von Hackern in Russland“ vorgegangen seien. Er habe mit Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) geklärt, dass man sich dafür eine Erlaubnis des Amtsgerichts Wiesbaden holt, das die Aktion zuließ.
Bei allem Lob für die deutschen Schlapphüte: Merz sieht offenbar selbst noch Luft nach oben, wirbt für eine weitere Reform. Mit dem neuen BND-Gesetz mache man aus den deutschen Nachrichtendiensten „echte Geheimdienste“.
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