Sandra Hüller, eine der gefragtesten deutschen Schauspielerinnen weltweit, erläutert im Interview mit dem Magazin AnOther ihre besondere Verbindung zu den Rollen, die sie verkörpert. Für die 48-Jährige sind die Charaktere nicht nur geistige Konzepte, sondern beginnen unbewusst, Teil ihres Alltags zu werden.
Hüller beschreibt dies als eine milde Form der Besessenheit, bei der sie immer wieder an ihre Figuren denkt und ihnen etwa bei Begegnungen auf der Straße oder beim Musikhören begegnet. Dabei betont sie, dass nicht jeder Charakter sich ihr vollständig öffnet – manche bewahren ihre Geheimnisse und lassen sich nicht ganz entschlüsseln.
Die Schauspielerin sieht ihre berufliche Erfahrung nicht nur als mentale, sondern als körperliche Verbindung: Die Rollen bleiben oft ein Leben lang in ihr, ähnlich wie alte Freunde, die sie gelegentlich in Erinnerung ruft. Hüller, die in der DDR aufwuchs und die Schauspielerei mit 15 Jahren entdeckte, verweist auf ihre völlige Hingabe an die Figuren als zentrale Eigenschaft ihrer Karriere.
Neben internationalen Erfolgen wie in „Anatomie eines Falls“ und „The Zone of Interest“ stand sie zuletzt in Hollywood-Produzentenfilmen mit Stars wie Ryan Gosling vor der Kamera. In einer Fotoserie des Magazins erscheint sie im Stil der 1930er Jahre, die an deutsche Filmlegende Marlene Dietrich erinnert.
