Drei Spiele, drei Formationen: Wann schließt Lustrinelli die Union-Schießbude? Horst Heldt (56/2.v.l.) im Gespräch mit Sebastian Bönig (45), Sascha Stauch (52), Enrico Schirinzi (41), Martin Krüger (46), Mauro Lustrinelli (50) und Michel Renggli (46/v.l.n.r.) Braucht es jetzt eine Krisensitzung?
Nach dem Training am Montagvormittag versammelte Union-Manager Horst Heldt (56) die gesamte Trainerriege am Mittelkreis des Platzes und diskutierte lange mit ihr. Eine ungewöhnliche Maßnahme – normalerweise folgt das Trainerteam der Mannschaft nach den Einheiten in Richtung Kabine.
Doch momentan befinden sich die Köpenicker in einer schwierigen Situation. Unter Mauro Lustrinelli (50) soll Union künftig offensiver spielen.
Eine Veränderung, die länger braucht, als viele gehofft haben. Nach drei Bundesliga-Spielen stehen die Eisernen mit einem Punkt und zehn Gegentreffern im Tabellenkeller.
Bei der ganzen Umstellung haben die Eisernen offenbar das Verteidigen verlernt und entwickeln sich zur Schießbude. Früher war die Abwehr eine Stärke.
Doch dafür fehlt Union hinten im Moment die personelle Konstanz. Die Realität: drei Spiele, drei verschiedene Innenverteidiger-Duos – ohne, dass Lustrinelli ein neues Traum-Duo gefunden hätte.
Gegen Frankfurt (3:3) startete Leopold Querfeld (22) an der Seite von Zeno van den Bosch (22). Querfeld verursachte erst das 1:2, machte seinen Fehler in der zweiten Halbzeit mit dem Treffer zum 2:3 wieder gut.
Auch bei Lustrinelli, der diese Comeback-Mentalität in seiner Mannschaft sehen will. Gegen Leverkusen (0:4) blieb Querfeld dann trotzdem auf der Bank.
Zeno van den Bosch (l.) und Leopold Querfeld feiern das 3:3 gegen Frankfurt
Statt des Österreichers spielte Felix Uduokhai (29), der bei seinem Debüt auf ganzer Linie enttäuschte. Bei allen vier Gegentoren kam er jeweils einen Schritt zu spät.
Wenn auch nicht als einziger. Trotzdem setzte Lustrinelli gegen Schalke (1:3) wieder auf den Ex-Augsburger.
Der Schweizer begründet: „Mit Felix haben wir einen linken Fuß und so ein besseres Gleichgewicht mit links und rechts.“
Ebenfalls gegen Schalke wieder in der Startelf: Querfeld. Dazu sagt Lustrinelli: „Dieses Mal habe ich so gewählt, weil Leo uns mit seiner Präsenz bei hohen Bällen helfen sollte.“ Klingt nicht, als hätte Lustrinelli entschieden, wie die Innenverteidigung der Eisernen künftig aussehen soll.
Rani Khedira kommentiert die vielen Innenverteidigerwechsel nach dem Schalke-Spiel: „Er wird bestimmt seine Gründe haben, dass er da noch mal Anpassungen macht.“ Die Anpassungen werden noch kein Ende haben. Bald wird Marvin Friedrich (30) zurückkommen.
Der Abwehrmann fehlt seit Saisonstart mit einer Oberschenkelverletzung. Am Montag nahm er wieder an Teilen des Mannschaftstrainings teil, verließ den Platz aber etwa eine halbe Stunde vor seinen Teamkollegen.
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