Geld soll an alle 211 Fifa-Verbände fließen: Uefa fordert 2,1 Milliarden US-Dollar von Infantino Fifa-Boss Gianni Infantino bekommt nach seinem vereitelten WM-Verkauf Gegenwind von allen Seiten In einem gemeinsamen Schreiben an Fifa-Präsident Gianni Infantino fordern Uefa-Chef Aleksander Ceferin und Concacaf-Boss Victor Montagliani (Nord-, Mittelamerika und Karibik) eine Extra-Zahlung von mindestens jeweils zehn Millionen US-Dollar aus den Fifa-Geldreserven an die 211 Mitgliedsverbände – macht insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar! In dem zweiseitigen Brief vom Freitag, der BILD vorliegt, heißt es, die Fifa werde nach der WM in den USA, Kanada und Mexiko über finanzielle Reserven in Höhe von etwa sechs Milliarden US-Dollar verfügen und könne sich eine solche einmalige Ausschüttung leisten.

Ceferin und Montigliani fordern Infantino auf, vor der nächsten Sitzung des 37-köpfigen Fifa-Rats, in dem auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzt, am 15. Oktober eine „vollständige und unabhängig Analyse“ der Fifa-Finanzen erstellen zu lassen. Diese soll dabei helfen, zu entscheiden, welchen Teil der finanziellen Reserven die Fifa „verantwortungsvoll direkt“ an ihre 211 Verbände ausschütten könne für Investitionen in die Infrastruktur und Fußballentwicklung.

Zuletzt hat auch Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke, zugleich DFB-Vize und Mitglied im Uefa-Exekutivkomitee, kritisiert: „Die Fifa sitzt auf einem riesigen Geldberg, der eigentlich uns gehört, den Nationalverbänden.“ Seine Forderung: „Infantino sollte weg – ohne Wenn und Aber.“

Nach dem vereitelten Plan von Infantino, einen 20-prozentigen Anteil der kommerziellen Rechte an Fifa-Wettbewerben wie der WM der Männer und Frauen und die Klub-WM für 20 Milliarden US-Dollar an einen US-Investor zu verkaufen, wollen die 55 Mitgliedsverbände der Uefa Infantinos Wiederwahl auf dem Fifa-Kongress im März 2027 (bis 2031) verhindern. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 18. November soll ein Gegenkandidat aufgestellt werden.

Unterstützung kommt von der Concacaf und der AFC (Asien). Außerdem wird eine mögliche Strafanzeige in der Schweiz wegen Untreue oder Bereicherung gegen Infantino geprüft.

Dazu wurde die US-Justiz eingeschaltet, um alle Dokumente und Unterlagen im Zusammenhang mit dem geplatzten Investoren-Deal zu sichern und zu sichten. Im Brief an Infantino heißt es: „Unsere Analyse wirft nun wichtige Fragen auf, ob die geplante Transaktion überhaupt notwendig war, um den Mitgliedsverbänden mehr Ressourcen zukommen zu lassen.

Die Fifa verfügt bereits über die Kapazität, ihren Mitgliedsverbänden erheblich mehr aus ihrer eigenen Bilanz zur Verfügung zu stellen – ohne Verkauf von Beteiligungen an ihren Wettbewerben und ohne von den Mitgliedsverbänden eine Gegenleistung zu verlangen.“

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