Endlich als Führungsspieler gefragt: Schluss mit Versteckspiel für diese VfL-Stars Für seine Premiere als Gladbach-Chefcoach am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FSV Mainz 05 hat Jan-Moritz Lichte (46) von Manager Rouven Schröder (50) komplett freie Hand bekommen: Er darf taktisch und personell alles wagen, was er nach dem Horror-Start (0 Punkte, 3:12 Tore) und der Entlassung von Eugen Polanski (40) für zielführend hält. Lichte darf also auch an die vermeintlich gesetzten Führungsspieler rangehen.
Doch die sind - wenn sie denn spielen dürfen - zu allererst mal selbst gefragt. Schluss mit dem Versteckspiel!
Kevin Diks (29) würde, weil Kapitän Tim Kleindienst (31) nach seiner Gelb-Roten Karte in Freiburg (0:5) gesperrt fehlt, sogar mit der Binde am Arm auflaufen. Doch im bisherigen Saisonverlauf geht beim Niederländer, der international für Indonesien spielt, gar nichts.
Er vermeidet erstaunlich oft die direkten Duelle, hält unfassbar große Abstände zu den gegnerischen Stürmern, ist extrem langsam unterwegs. Tiefpunkt in Freiburg: 40 Prozent Zweikampf-Quote, für einen Innenverteiger grauenhaft.
Der einzige, der bisher in der Kabine konstruktive Kritik anbrachte und vor allem die jungen Spieler aufbaut, ist Phillip Sander (28). Doch auch er ist auf dem Rasen bisher ein Schatten seinerselbst.
Beim 0:3 in Leipzig gewann er nur 33 Prozent der Zweikämpfe, das zentrale Mittelfeld der Borussen ist eine Durchgangsstation, weder nach hinten noch nach vorne funktioniert irgendwas. Dabei soll und will Sander dort nach den Abgängen von Rocco Reitz (24/Leipzig) und Yannik Engelhardt (26/Freiburg) der Chef sein!
Auch Nicolas jetzt extrem gefordert
Auch von Moritz Nicolas (28) muss gegen Mainz eine Leistungsexplosion kommen, wenn die Wende eingeleitet werden soll. Der Keeper ist neu im Mannschaftsrat, soll nach seiner starken Vorsaison (13 Mal zu Null) Ruhe auf seine Vorderleute ausstrahlen und deutlich mehr Führungsarbeit leisten.
Doch nach seinem ordentlichen Start in Leipzig sah er schon gegen Elversberg (3:4 nach 3:1-Führung) bei zwei Gegentoren schlecht aus, in Freiburg griff er dann gleich mehrfach daneben. Keine Frage: Wenn Lichte die Gladbacher anzünden soll, muss erst mal vom vermeintlichen Führungs-Trio hinter Kleindienst eine Reaktion kommen.
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